Die Gesundheit
Natur und Medizin
Willkommen  | RSS


Menü

Nützlich & Interessant

Geheimnisse der Hausmedizin - Von Kopf bis Fuß - so helfen Säckchen, Kompressen und Wickel

Ratgeber Gesundheit


Bei vielen Beschwerden im täglichen Leben kann man sich prima selbst helfen. Und nicht immer muss man gleich zur Tablette greifen, um Schmerzen zu lindern - auch die Heilung auf die »sanfte Tour« bringt ausgezeichnete Erfolge. Manche Beschwerden gehen rasch vorbei, mit Nebenwirkungen ist nicht zu rechnen. Hier ein Überblick über die hilfreichsten Anwendungen mit heilfördernden Säckchen, Wickeln und Kompressen.

Herz- und Kreislauferkrankungen

Herz- und Kreislauferkrankungen zählen leider immer noch zu den größten Risiken in unserem Leben: Etwa 400 000 Menschen jährlich sterben daran, mehr als an Krebs. Vorbeugend lässt sich eine Menge tun - bewegen Sie sich regelmäßig, reduzieren Sie gegebenenfalls Ihr Übergewicht und schränken Sie das Rauchen ein. Sind die Beschwerden aber erst einmal da, sollten Sie bei den ersten Anzeichen zum Arzt gehen. Zu den Warnsignalen gehören:

• Schmerzen, die vom Herzen in Arme, Hals oder Bauch ausstrahlen

• Atemschwierigkeiten

• Enge in der Brust

• Geistige und/oder körperliche Leistungsschwäche

• Herzbeschwerden

• Druckempfindlichkeit in Brust oder Bauch

• Wadenschmerzen beim Gehen

• Schwer heilende Wunden

• Häufiger Schwindel oder Ohnmacht

• Starkes Frieren oder Schwitzen

In den modernen Industriegesellschaften gehört der Herzinfarkt zu den häufigsten Todesursachen.

Schutz für Herz und Gefäße

Nicht immer muss man Herz- und Kreislaufbeschwerden gleich mit harter Chemie bekämpfen - in der Natur steht Ihnen eine Vielzahl von milden Gewächsen zur Verfügung, die allesamt gefäßschützend und - stärkend wirken. Schauen Sie einmal auf die nächsten Seiten!

Krampfadern und Venenentzündungen

Wenn im Büro gerade mal keiner guckt... dann legen Sie einfach kurz die Beine hoch. Das fördert die Blutzirkulation und beugt der Entwicklung von Krampfadern vor.

Krampfadern und Venenentzündungen

In den Venen wird verbrauchtes Blut zum Herzen zurücktransportiert. Dabei muss es gegen die Gesetze der Schwerkraft ankämpfen. Damit der Lebenssaft schließlich doch von den Zehen- und Fingerspitzen zum Herzen gelangt, stehen den Venen zwei Hilfsmittel zur Verfügung: Als erstes die Venenklappen, die sich ähnlich wie Ventile öffnen und schließen, um das Blut am Rückfluss zu hindern. Zum anderen unterstützt eine Art Muskelpumpe die »Mission« der Venen. Spannt man nämlich beispielsweise die Wadenmuskeln an, werden die Venen zusammengepresst, das Blut wird auf diese Weise in Richtung Herz gedrückt. Die Muskelpumpe tritt aber nur in Aktion, wenn die Muskeln tatsächlich arbeiten - und das tun sie nur, wenn wir uns bewegen. Beim Stehen oder Sitzen sackt das Blut nach unten ab und staut sich. Solche Staus drücken häufig auf die Klappen und Wände der Venen. Viele von uns leiden unter den Folgen: Schwellungen, Krampfadern, im schlimmsten Fall sogar Hautschäden wie zum Beispiel das gefürchtete »offene Bein«.

So hilft die Natur

 Quarkwickel: Streichen Sie auf die Mitte eines Geschirrtuchs ein halbes Pfund Magerquark - er sollte Zimmertemperatur haben. Klappen Sie die Tuchseiten über den Quark und legen Sie sich den Wickel um den schmerzenden Unterschenkel. Binden Sie noch einen Wollschal um den Wickel und lassen Sie den Quark etwa zwei Stunden lang wirken.

•  Lehmwickel: Geben Sie 3 Esslöffel Heilerde in ein Schüsselchen und fügen Sie so viel lauwarmes Wasser dazu, dass ein fester Brei entsteht. Verteilen Sie den Brei auf einem feuchten Küchentuch, etwa so dick wie ein Messerrücken. Legen Sie das Tuch mit der bestrichenen Seite um das Bein, wickeln Sie eine Wolldecke darüber. Lassen Sie den Wickel umgelegt, bis die Erde trocken ist. Das dauert normalerweise einige Stunden.

Gefäßtraining mit Wasser

Verblüffend preiswert und einfach: Wasser als Kreislaufmittel. Wechselduschen und Wechselgüsse trainieren die Gefäße ebenso wie Tautreten oder Wassertreten nach Altvater Kneipp.

Druck vermeiden

Venenerkrankungen gehören grundsätzlich in die Behandlung eines Arztes. Dennoch können Sie die Selbstheilung mit Naturmitteln wie Quarkwickel aktiv unterstützen. Achten Sie darauf, dass der Wickel nicht zu stramm sitzt, sondern stets locker aufliegt.

Was Sie sonst noch tun können

Gehen Sie mal wieder tanzen! Nichts erfreut die Venen - und die Seele gleichermaßen - wie das schwungvolle Wirbeln übers Parkett. Und: Legen Sie die Beine hoch, wann immer Sie Gelegenheit dazu haben -das entlastet die Venen, verbrauchtes Blut kommt schneller zum Herzen und zur Lunge, wo es gegen frisches ausgetauscht wird.

Nutzen Sie Bewegungsmöglichkeiten, die sich im Alltag bieten. Warum nicht mal zu Fuß in die Kantine und zurück gehen, statt immer den Aufzug zu benutzen?

Herzmuskelschwäche

Das Herz: Für die einen ist es der Sitz der Seele, das Zentrum der Gefühle - für die anderen nichts anderes als ein kräftiger, dickwandiger Hohlmuskel. Wer sich die Größe seines Herzens vorstellen möchte, ballt bitte seine Hand zur Faust. Dieser Muskel treibt den Körperkreislauf an. Wichtig ist jede Sekunde seiner Tätigkeit - würde das Herz etwa für sechs kurze Sekunden aussetzen, würden wir bewusstlos. Bei 20 Sekunden Herzstreik setzt sogar die Atmung aus, das Herz pumpt dann also sozusagen um unser Leben. Und das - wenn unser Körper sich ganz ruhig verhält - mit sechzig bis siebzig Schlägen pro Minute. Jeweils rund siebzig Milliliter arterielles, das heißt mit Sauerstoff aufgefrischtes Blut pumpt das Herz in die großen Schlagadern. Darüber hinaus befördert es venöses, das heißt verbrauchtes und somit sauerstoffarmes Blut in die Lunge, wo es wieder mit Sauerstoff angereichert wird. Pro Herzschlag fließen wiederum siebzig Milliliter. Insgesamt liegt die Pumpleistung eines gesunden Herzens bei etwa 15000 Litern Blut.

Schwäche bei Überlastung

Permanente Überforderung, Dauerstress oder sehr starke körperlichseelische Belastungen können das Herz im wahrsten Sinne des Wortes »schwach machen«. Bei Herzschwäche - Mediziner sprechen auch von Herzinsuffizienz - kann das Herz die übliche Pumpleistung nicht mehr erbringen.

Organische Ursachen ausschließen

Leiden Sie unter Dauermüdigkeit, Abgeschlagenheit oder Atemschwierigkeiten? Dahinter kann eine Herzschwäche stecken. Die-Ursache dafür können ernsthafte körperliche Erkrankungen sein oder Überbeanspruchung im körperlichen und/oder geistigen Bereich. Lassen Sie auf jeden Fall ärztlich klären, wo der Grund für Ihr Unbehagen liegt.

 

So hilft die Natur

• Kohlauflagen: Klingt ungewöhnlich, ist aber was dran - eine Auflage mit Kohlblättern kräftigt das Herz. Wenden Sie die Auflage einmal in der Woche an. Am günstigsten sind die Abendstunden, wenn Sie ohnehin bald ins Bett gehen und den Tag ruhig ausklingen lassen möchten. Lösen Sie ein paar Weißkohlblätter vom Strunk und kochen Sie sie in Wasser einmal kurz auf. Nehmen Sie die Blätter dann aus dem Topf, lassen Sie sie gut abtropfen und so weit abkühlen, dass Sie sich den Kohl auf die Haut der Herzgegend und den übrigen Oberkörper legen können. Befestigen Sie die Blätter mit einem Wollschal oder einem Tuch und lassen Sie die Auflage dann runde zwei Stunden einwirken.

Weltweit gibt es viele Hundert Kohlsorten. Die Heilwirkung ist den gängigen Kohlarten gemeinsam.

Was Sie sonst noch tun können

Achten Sie darauf, dass Ihr Speisezettel möglichst viel ballaststoffreiche Kost enthält. Wichtig ist auch, dass Sie salzarme Nahrungsmittel bevorzugen. Nehmen Sie viel frisches Obst, Gemüse, Vollkornbrot und Vollkornreis zu sich, auch ruhig mal ein Müsli am Abend statt Brötchen und Wurst. Stärken Sie Ihr Herz darüber hinaus mit Weißdorn-Tee - trinken Sie vier Wochen lang täglich zwei Tassen.

Durchblutungsstörungen

Im Körper eines erwachsenen Menschen zirkulieren fünf bis sechs Liter Blut. Es versorgt den Körper mit lebenswichtigem Sauerstoff und schafft giftiges Kohlendioxyd fort, das durch Stoffwechselprozesse entsteht. Zudem liefert es die Nährstoffe aus dem Verdauungstrakt zu den Organen sowie Fettdepots und transportiert Stoffwechselschlacken zu den Ausscheidungsorganen. Unser Lebenssaft trägt auch die Verantwortung, dass Zell- und Organflüssigkeiten immer gleich zusammengesetzt sind und dass die Hormone von den Drüsen zu den Zielorganen transportiert werden. Von großer Bedeutung ist letztendlich auch die Bildung der körpereigenen Krankheitsabwehr, etwa wenn Keime oder Gifte in den Organismus eindringen. So viele Aufgaben das Blut hat, so wichtig ist sein ungestörter Transport durch den Körper. Kurz: Die Durchblutung muss stimmen.

Ein Tropfen Blut braucht etwa eine Minute, um einmal das Kreislaufsystem zu durchlaufen. Das bedeutet für das Herz eine Pumpleistung von ca. 7000 Litern pro Tag!

Veranlagung und Lebensweise

Durchblutungsstörungen sind meist die Folge einer unglücklichen Kombination aus Veranlagung und gesundheitsschädlicher Lebensweise. Mediziner gehen davon aus, dass 80 Prozent aller arteriellen Durchblutungsstörungen Arteriosklerose und Gefäßwandentzündungen als Hauptursache haben. Wichtig ist, die Durchblutung wieder anzukurbeln - dafür gibt es neben einer medikamentösen Behandlung eine Reihe natürlicher Möglichkeiten.

So hilft die Natur

• Kirschkernsäckchen: Bisher nahm man an, dass Durchblutungsstörungen mit Wärmereizen behandelt werden müssen. Inzwischen gibt es aber warnende Stimmen: Wärme fördert zwar, dass sich Umgehungskreisläufe bilden. Sie führt aber andererseits fatalerweise dazu, dass sich der Sauerstoffverbrauch im schlecht durchbluteten Gewebe erhöht. Deshalb die Empfehlung: Wärme ja, aber nicht an der schlecht durchbluteten Körperpartie. Sondern dort, wo die Durchblutung gut funktioniert. Wer etwa an einem schlecht durchbluteten rechten Bein leidet, sollte das linke mit Wärme behandeln. Denn die durchblutungsfördernde Wirkung strahlt auch auf die erkrankte Körperpartie aus. Erwärmen Sie also das Kirschkernsäckchen im Backofen und plazieren Sie es entsprechend.

Veranlagung und Lebensweise

Wenn's so richtig Spaß macht, können Sie ruhig mal über die Stränge schlangen. Wichtig ist eine gesunde und ausgewogene Ernährung im Alltag.

Erkrankungen des Verdauungsapparates

Magen und Darm gehören zu den wichtigsten Organen unseres Körpers. Sie sorgen dafür, dass alle anderen Funktionseinheiten des Körpers ausreichend mit Nährstoffen versorgt werden. Gibt es im Verdauungssystem größere Störungen, werden unweigerlich in der Folge andere Organe mit betroffen sein - weil sie Hunger leiden müssen. Die Verdauungsorgane leisten tagtäglich Schwerarbeit. Wie schwer, das hängt davon ab, was Sie zu sich nehmen. Manche Speisen (Fettes, Gebratenes, hartgekochte Eier, Mayonnaise und üppige Süßspeisen) verweilen sogar bis zu zwölf Stunden im Magen-/ Darmtrakt.

Verdauung beginnt beim Essen

Im Verdauungstrakt wird die verzehrte Nahrung zunächst in verwertbare und nicht verwertbare aufgespalten. Diese Arbeit erledigen Verdauungsenzyme sowie Magen- und Gallensäuren. Der Verdauungsprozess beginnt bereits im Mund. Im Speichel sind erste wichtige Enzyme, die schon mit der Auflösungsarbeit der größeren Nahrungsbrocken beginnen. Andere Enzyme prüfen das Essen auf seine gesundheitliche Unbedenklichkeit. Krankmachende Keime, beispielsweise Bakterien und Viren, werden schon im Speichel vernichtet. Der so vorbereitete Speisebrei wandert anschließend in den Magen. Dort wird er mit der Magensäure vermischt. Sie vernichtet erbarmungslos viele Krankheitskeime, die im Mund übersehen wurden. Gelegentlich überleben jedoch einige Viren, und eben diese führen dazu, dass wir trotz aller körpereigenen Schutzmaßnahmen krank werden.

Im Magen wird die Nahrung gründlich geprüft und in Kohlehydrate und Eiweißstoffe aufgeteilt. Dann wandert das Gemisch in den Zwölffingerdarm. Hier helfen jetzt auch Enzyme aus der Bauchspeicheldrüse und die Gallensäuren aus der Leber. Diese zerlegen Fetttröpfchen, so dass andere Enzyme diese Fette und Öle in ihre Einzelbestandteile aufknacken können. Im Zwölffingerdarm werden alle Speisen sorgfältig in ihre einzelnen Bestandteile, die Moleküle, zerlegt. Kohlehydraten werden jetzt in Nährstoffe wie Glukose, Fructose, Galaktose verwandelt. Eiweiß wird in seine einzelnen Aminosäuren zerlegt, insgesamt gibt es davon 20. Nur acht sind aber essentielle Aminosäuren, das heißt wirklich lebensnotwendige.

Kohlehydrate liefern uns die Energie zum Leben, Aminosäuren haben vielfältige Aufgaben in der Ernährung von Muskeln, Bindegewebe, Nerven, Gehirn und Psyche.

Wenn die Nahrung gründlich zerlegt und zerkleinert ist, werden die verwertbaren Teile durch die Darmwand ins Blut geschleust, das sie im ganzen Körper verteilt - wo auch immer sie gebraucht werden. Auch lebenswichtige Vitamine und Mineralstoffe gelangen auf diesem Weg in alle Organe.

Die als unbrauchbar eingestuften Reste der Nahrung werden in den Dickdarm befördert, wo bereits andere Enzyme darauf warten, sie einem letzten Gärungsprozess zu unterziehen.

Ein üppiger Braten erfordert vom Verdauungssystem eine gewaltige Leistung. Erleichtern Sie ihm die Arbeit durch die Zufuhr von verdauungsfördernden Ballaststoffen.

Was die Verdauung durcheinanderbringt

Was die Verdauung durcheinanderbringt•  Krankheitserreger: Bakterien, Viren. Pilze, die trotz aller Vorsichtsmaßnahmen des Körpers doch den Weg nach innen gefunden haben, beeinträchtigen den Verdauungsprozess. Sie rufen typische Symptome hervor: Übelkeit, Erbrechen, Durchfälle, teils von Fieber begleitet.

•  Ernährungsfehler: Zu viele, zu fette, zu süße Speisen sind auf Dauer nicht gut für unser Verdauungssystem. Gelegentlich verzeiht der Magen-/Darmtrakt »kleine Sünden«, werden Pizza und Pommes jedoch zur Hauptnahrung, rächt er sich - mit Völlegefühl, Blähungen, Sodbrennen, Übelkeit und Bauchschmerzen. Auch heftiger Missbrauch von Alkohol, Kaffee oder Nikotin kann diese Symptome hervorrufen.

•  Medikamente: Viele Medikamente enthalten Wirkstoffe, die den Magen-/Darmtrakt stören können. Übelkeit, Erbrechen, Sodbrennen, Durchfall oder Verstopfung sind dann meist die Folge. Vor allem Antirheumatika, Schmerzmittel, Antibiotika, Cortisonpräparate, Herz-Kreislauf-Mittel, einige Mineralstoffe in zu hoher Dosierung und die Chemotherapie bei Krebsleiden rufen solche Beschwerden hervor.

•  Organische Veränderungen: Auch im Magen-/Darmtrakt können organische Veränderungen auftreten. Sie rufen Beschwerden wie Darmverengung, Darmverschluss, Polypen, Geschwüre und Krebserkrankungen hervor.

•  Die Psyche: Sorgen, Ängste, Stress und Enttäuschungen können buchstäblich auf den Magen schlagen. Daher hat unsere psychische Verfassung oft großen Einfluss auf den Ablauf der Verdauung. Magenschmerzen, Durchfall oder auch Verstopfung sind bei extremer psychischer Anspannung oft bekannte Begleiterscheinungen.

Was gut ist für Magen und Darm

Das neue Schlagwort der modernen Ernährungsforschung heißt »Nährstoffdichte«. Darunter versteht man den Anteil der jeweiligen Nährstoffe (Kohlenhydrate, Fette und Eiweiße) im Verhältnis zu Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen. Als ausgesprochen wertvoll gilt zum Beispiel Obst: Es enthält neben dem natürlichen Fruchtzucker noch Vitamine, Mineralstoffe, Ballastanteile und sekundäre Pflanzenstoffe, die, wie wir seit neuestem wissen, wichtige Bausteine für die körpereigene Chemie sind.

Für den modernen, körperlich nicht schwer arbeitenden Menschen, empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung eine Kost, die zu 50 Prozent aus Kohlenhydraten besteht, zu 35 Prozent aus Fetten und 15 Prozent aus Eiweiß. Das sind die Kalorienlieferanten. Daneben sollten reichlich von jenen Substanzen enthalten sein, die zwar keine sofortige Energie liefern, aber unseren gesamten Stoffwechsel am Leben erhalten. Für Magen und Darm sind Speisen allemal besser zu verarbeiten, die eine hohe Nährstoffdichte haben.

 

Was Ihr Körper täglich braucht

Nährstoff

Aufgabe

Nahrungsmittel

Mineralstoffe

Sie sind vor allem lebenswichtige Hilfsstoffe für andere biochemische Substanzen im Körper. Unter anderem greifen sie regulierend ein im Wasserhaushalt, bei der Blutbildung und Muskel- und Nervenfunktionen sowie im Hormonhaushalt.

Obst, Nüsse, Keime, Gemüse, Salate, Kräuter, Fleisch, Fisch, Vollkornprodukte, Milcherzeugnisse

Kohlehydrate

Sie werden im Körper zu Blutzucker umgebaut und liefern rasch Energie

Zucker ist der schlechteste Lieferant, weil er schnell abgebaut wird. Besser: Brot, Kartoffeln, Vollkornprodukte, Reis, Gemüse, Getreide, Nudeln

Bailaststoffe

Sie sorgen als Schmiermittel für ein reibungsloses Gleiten des Speisebreis. Und damit für eine gute Verdauung!

Brot, Vollkornprodukte, Kartoffeln, Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte

Wasser

Es wird für Zellwachstum und -teilung gebraucht, für alle Gewebe, für den Kälte-/ Wärmeaustausch des Körpers und schließlich auch für ein reibungsloses Funktionieren des Darms.

alle Getränke, Suppen, Soßen, Obst, Gemüse

Fette (Lipide)

Das sind wahre Kraftpakete! Sie liefern Ausdauer und Stärke, allerdings auch Fettpolster für Notzeiten! Auch wer abnehmen will, darf auf Fette nicht ganz verzichten: Vor allem Fette mit mehrfach ungesättigten Fettsäuren sind für die Verwertung anderer-Nährstoffe im Darm unerlässlich.

Mehrfach ungesättigte  Fettsäuren aus pflanzlichen Ölen, nichtgehärtete Fette und Fisch, Nüsse, Keime, Samen, Sonnenblumenkerne

Vitamine

Sie werden für den Stoffwechsel, das Immunsystem sowie die Nerven-, Gehirn-, Muskel- und Verdauungsfunktionen benötigt.

Pflanzenöle, Reis, Obst, Gemüse, Kräuter, Nüsse, Samen, Fleisch, Fisch

Eiweiße (Proteine)

Sie sind lebenswichtige Bausteine sämtlicher Zellen und an allen Lebensvorgängen beteiligt.

Fisch, Fleisch, Milchprodukte, Eier, Hülsenfrüchte, Sojaprodukte

Spurenelemente

Der Körper braucht nur winzigste Mengen davon, aber die umso dringender, weil sonst die Vitamine, Kohlenhydrate und Fette nicht aufgespalten würden und dem Körper nichts nutzen.

Vollkornprodukte, grüne Blattgemüse, Knoblauch, Pilze, Nüsse, Samen, Weizenkeime, Fisch, Meeresfrüchte, Fleisch, Muskelfleisch, Innereien, Käse


Universalmittel Essig

Bei Verdauungsproblemen wirkt Essig am besten, wenn Sie ihn kurmäßig zum Essen trinken. Er hilft dem Magen vorzüglich, schwerverdauliche Speisen zu verdauen, reguliert die Magensäure (ohne zu übersäuern!) und vernichtet schädliche Bakterien. Außerdem hilft Essig der Leber bei der Entgiftungsarbeit. Neueren japanischen Untersuchungen zufolge soll regelmäßiger Essigkonsum sogar vor Magengeschwüren durch Alkoholmissbrauch schützen. Trinken Sie vor dem Essen stets ein Glas zimmerwarmes Mineralwasser mit einem Esslöffel Apfelessig vermischt.

Magen- und Darmbeschwerden

Beschwerden im Magen-/Darmbereich liegt oft eine bakterielle Infektion zugrunde. Vor allem dann, wenn solche Infektionen gerade »in der Luft liegen«, mehrere Menschen in Ihrem Umkreis darunter zu leiden haben und Sie sich angesteckt haben. Die lästigen Folgen davon bekommen Sie sofort zu spüren: Krämpfe, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Diese Beschwerden können sich aber auch zeigen, wenn Sie lediglich etwas Falsches gegessen oder sich aufgeregt haben. Weitere Magen-/Darmstörungen schlagen sich in Bauchschmerzen, Verstopfung, Blähungen und Völlegefühl nieder. Gegen Bauchschmerzen und Krämpfe hilft oft Wärme am besten. Dann bietet sich also etwa ein Heizkissen oder eine Wärmflasche an. Doch Sie können all diesen unangenehmen Reaktionen Ihres Magen- /Darmtrakts noch mit weiteren natürlichen Zusätzen »zu Leibe rücken«.

Was von außen wirkt, kann von innen schaden. Rohe Zwiebeln sind schwer verdaulich. Bei Magen- und Darmbeschwerden sollten Sie also darauf verzichten.

So hilft die Natur

•  Zwiebelsäckchen: Mit dem bewährten Zwiebelsäckchen (Anleitung und Anwendung s. hier) sind Sie auch bei sämtlichen Magen- und Darmproblemen bestens beraten.

•  Fango- und Heilerdeumschläge bei Bauchschmerzen: Gegen einfache Bauchschmerzen, wie sie besonders Kinder häufig einmal haben, hilft diese Art von Umschlägen, (Anleitung s. hier) recht oft.

•  Kartoffelumschläge bei Bauchschmerzen und Krämpfen: Etwa ein halbes Pfund Kartoffeln schälen und gar kochen. Noch heiß zu einem Brei verrühren und dick auf ein trockenes Leinentuch streichen. Dieses Tuch heiß solange auf die schmerzende Stelle legen bis es abkühlt.

•  Heublumensäckchen bei Durchfall (Anleitung s. hier).

•  Essigwickel oder -Umschlag bei Durchfall, Blähungen, Völlegefühl Dazu tunken Sie ein dünnes Baumwolltuch, zum Beispiel ein Geschirrtuch, in einen beliebigen weißen Essig und legen es au' Magen und Bauch. Darüber ein trockenes Handtuch geben.

•  Senfauflage oder -wickel bei Verstopfung, Blähungen und Völlegefühl: Besonders bei Verstopfung erweist sich ein Senfwickel (Anleitung s. hier ) oft als wirksam.

•  Leinsamensäckchen bei Blähungen und Völlegefühl: Dazu verwendet man gemahlenen Leinsamen, eventuell zusammen mit Bockshornkleesamenmehl. Nähen Sie ein großes Säckchen aus luftdurchlässiger Gaze und füllen es mit den gemahlenen Samen. Dieser Stoffsack wird in heißem Wasser aufgekocht und so heiß, wie es die Haut verträgt, auf den Magen gelegt. Das Leinsamensäckchen bleibt auf der Haut bis es auskühlt.

Beschwerden an Leber und Gallenblase

Beschwerden an Leber und GallenblaseDiese beiden inneren Organe können auf Dauer empfindlich auf ungesunde Ernährungsweise, übermäßiges Essen, zu viele Medikamente und Alkohol reagieren. Vor allem die Leber übernimmt die wichtige Aufgabe, dem Körper beim Abbau von Giftstoffen zu helfen. Doch durch äußere Behandlung mit Wärme, heilenden Kräutern in Kissen und Wickeln sind viele kurzfristig auftretende Beschwerden an Leber und Gallenblase rasch zu lindern.

So hilft die Natur

•  Heublumensäckchen: Ein beruhigend wirkendes, warmes Heublumensäckchen vorab selbst zu mischen, wäre Zeitverschwendung. Sie bekommen es recht preiswert in Apotheken, Drogerien und Reformhäusern. Das Heublumensäckchen wird nach Anweisung über Wasserdampf erwärmt (es soll nicht nass werden!). Dabei setzen sich die Dämpfe der ätherischen Öle im Innern frei. Legen Sie das Säckchen so heiß wie möglich auf die schmerzende Stelle und decken es mit einem Handtuch ab. Sobald es erkaltet ist, wird es entfernt.

•  Fango- oder Heilerdeumschlag: Solche Umschläge erweisen sich ebenso hilfreich bei Beschwerden an Leber und Gallenblase (Anleitung s. hier). Direkt im Anschluss daran empfiehlt sich:

•  Zwiebelsäckchen: Es unterstützt die Entgiftung der Organe auf hervorragende Weise. (Anleitung und Anwendung s. hier.)

•  Milchwickel oder -auflage nach altem russischem Rezept: ein Geheimtipp bei Entzündungen der Gallenblase. Tauchen Sie ein großes Handtuch in frische, kalte Milch. Legen Sie es so auf den rechten Rippenbogen, dass das Handtuch noch ein Stück überlappt. Wenn der Milchwickel warm wird, durch einen neuen ersetzen.

Was Sie sonst noch tun können

Beschwerden im Verdauungssystem sind nicht nur durch äußere Anwendungen, sondern auch innerlich gut zu heilen. Zu empfehlen sind folgende naturheilkundliche Methoden:

• eine gezielte Umstellung der Ernährung

• vorübergehend eine den Beschwerden entsprechende Heildiät

• eine Heilfastenkur.

Auf jeden Fall zum Arzt

Trotz aller naturheilkundlicher Möglichkeiten ist bei der Selbstbehandlung von Magen-Darmbeschwerden Vorsicht angesagt. Kurzfristige, einmalig auftretende Beschwerden mit klarer Ursache können selbst behandelt werden. Beispielsweise, wenn die Vermutung naheliegt, dass Sie beim Sonntagsbraten schlicht über die Stränge geschlagen haben. An einen Arztbesuch müssen Sie jedoch denken, wenn die Beschwerden trotz Selbstbehandlung

• nach spätestens einer

• Blut im Stuhl ist,

Woche nicht verschwinden,

• Sie Blut erbrechen müssen,

• schlimmer werden,

• Fieber auftritt,

• immer wiederkommen,

• Sie auffallend abnehmen.

Unverzüglich den Notarzt rufen sollten Sie bei folgenden Symptomen:

• Wenn der Patient starke Koliken hat und Blut erbricht.

• Der Stuhl ist schwarz, das Erbrochene bräunlichschwarz und breiig (Verdacht auf eine akute Magenblutung!).

• Der Bauch fühlt sich steinhart an.

• Der Patient ist bleich, hat Schweißausbrüche und der Puls rast (Verdacht auf Magendurchbruch).

• Neben den Magenschmerzen die typischen Symptome eines Herzinfarkts auftreten (Druckgefühl auf der Brust, Schmerzen in Arm und Rücken, Todesangst).

• Wenn die Schmerzen sehr stark sind und heftige Koliken auftreten, begleitet von Übelkeit, Erbrechen und Fieber. Dann muss an eine Blinddarmentzündung gedacht werden.

Erkrankungen der Harnwege

Wenn man bedenkt, dass der Mensch zu über 80 Prozent aus Wasser besteht und dass er ohne dieses lebensspendende Nass überhaupt nicht existieren könnte, kann man schon ungefähr ermessen, wie wichtig die Ausscheidungsorgane des Körpers sind. Die Hauptaufgabe der beiden Nieren und der Blase ist die Entsorgung von Abfallprodukten des Organismus sowie von Schad- und Giftstoffen. Die Nieren produzieren täglich Harn, etwa zwei bis drei Liter werden ausgeschieden. Der Harn läuft aus den beiden Nieren durch die Harnleiter in die Harnblase, wo er zunächst gesammelt wird. Bereits wenn die Blase zu zwei Dritteln gefüllt ist, setzt in der Regel der Harndrang ein. Dann sollte man auch bald eine Toilette aufsuchen, denn was die Nieren gar nicht mögen, ist aufgestauter Harn. Das ist aber nicht das einzige, was diesen wichtigen Organen schadet.

Die Nieren sind ein echtes Klärwerk. Der Urin, den sie produzieren, ist bei einem gesunden Menschen absolut keimfrei!

Ein störanfälliges System

Tatsächlich sind Blase und Nieren hochempfindlich. Eine ungesunde Lebensweise über längere Zeit kann ebenso »an die Nieren gehen« wie seelische Krisen und Dauerstress. Das sind die ärgsten Gegner der Ausscheidungsorgane:

• Ungesunde Ernährung, insbesondere zu fettes und süßes Essen

• Genussmittelmissbrauch (vor allem Alkohol und Nikotin)

• Regelmäßiger, hoher Medikamentenkonsum

• Unterkühlung und Nässe (der berühmte nasse Badeanzug!)

störanfälliges SystemWer Blase und Nieren häufig solchen Gefahren aussetzt, riskiert, dass sie eines Tages ihre Entgiftungsfunktion nicht mehr ausreichend erfüllen. Die Folge können Nieren- und Blasensteine sein, Entzündungen an beiden Organen, eine Reizblase und möglicherweise Krankheiten an anderen Organen sowie Stoffwechselstörungen. Ganz abgesehen davon, dass in der Regel auch die Sexualorgane mitbetroffen sind - und das wirkt sich natürlich nachteilig auf die sexuelle Empfindungsfähigkeit aus. Blasen- und Harnröhrenentzündungen sind die häufigsten Erkrankungen der Harnwege. Frauen sind davon weitaus mehr betroffen als Männer, weil die auslösenden Bakterien durch die Scheide leicht in die Harnröhre und die Blase gelangen können. Die männliche Harnröhre ist wesentlich besser geschützt. Besonders Frauen, die sehr häufig unter solchen Entzündungen leiden oder bei denen sie schon chronisch sind, werden von einer Nierenbeckenentzündung bedroht. Denn die Krankheitskeime steigen rasch hoch in die Nieren. Dann sind auch chronische, irreparable Nierenschäden nicht auszuschließen. Für harmlos darf man also so eine Entzündung nicht halten. Die im folgenden genannten Selbsthilfemaßnahmen sind ausschließlich unterstützend zur ärztlichen Behandlung anzuwenden.

Nierenentzündung

An eine Nierenentzündung sollte man bei diesen Symptomen denken: rötlichbraun verfärbter Urin, Schwellungen im Gesicht, an Knöcheln und Unterleib sowie mehr oder weniger starke, ziehende Schmerzen in der Nierengegend. Nierenentzündungen sind oft Folge einer ganz anderen bakteriellen Infektion im Körper. Von Selbstbehandlung ist abzuraten, in schweren Fällen muss die Krankheit sogar stationär behandelt werden. Die Folge von häufigen oder schlecht ausbehandelten Nierenentzündungen kann übrigens eine chronische Schwäche der Nieren sein. Dabei vernarbt das Gewebe und kann daher die Filterfunktion nicht mehr optimal ausüben. Der Urin besteht dann überwiegend aus Wasser, während die Schad- und Giftstoffe im Körper verbleiben. Mit bestimmten Wirkstoffen aus der Natur können Sie solche Folgen unter Umständen jedoch vermeiden.

 

Das Honeymoon-Syndrom

Dieser Begriff stammt aus dem Amerikanischen und heißt soviel wie »Flitterwochen-Syndrom« - und dahinter verbirgt sich nichts anderes als eine Blasenentzündung. Dennoch ist dieser Begriff einleuchtend, denn eine solche Entzündung befällt vorwiegend Frauen nach dem Geschlechtsverkehr. Schuld sind Keime vom Escherichia-Coli-Stamm, die zur natürlichen Besiedlung des menschlichen Darms gehören. Einige davon befinden sich immer im Blasen- und Scheidenbereich - das ist auch mit bester Hygiene nicht zu verhindern. Normalerweise werden sie vom sauren Milieu der Schleimhäute abgewehrt. Das kann aber geschädigt sein, etwa durch zuviel Waschen, zu aggressive Seife oder Intimsprays.

Beim Sex jedoch werden die Keime durch die Bewegungen des Penis in die Harnröhre hineinmassiert. Und dort verursachen sie schmerzhafte Entzündungen mit Brennen beim Wasserlassen. Abhilfe schafft der Arzt mit Antibiotika, die es mittlerweile abgestimmt auf alle möglichen Keime gibt. Sie können so niedrig dosiert werden, dass das Risiko typischer Nebenwirkungen gering ist. Wichtig: Auch der Partner sollte zum Arzt gehen, sonst schicken Sie die Keime beim Geschlechtsverkehr wie beim Pingpong hin und her!

Sie können aber auch prima selbst vorbeugen, indem Sie das saure Milieu Ihrer Schleimhäute unterstützen. Trinken Sie viel Heidelbeer-, Preiselbeer- und Johannisbeersäfte ohne Zucker. Und nehmen Sie täglich Vitamin-C-Pulver aus der Apotheke. Frauen, die die Pille nehmen, haben eine andere Zusammensetzung des Schleimhaut-Milieus. Sie sollten bei Anfälligkeit für Blasenentzündungen die natürliche Flora mit »Döderlein-Kapseln« (den Frauenarzt fragen!) stärken.

So hilft die Natur

•  Kirschkernsäckchen: Wenn eine Entzündung Sie in der Sommerzeit nach dem Baden erwischt, ist guter Rat nicht unbedingt teuer: Kaufen Sie sich ein Pfund Kirschen, waschen und trocknen Sie die Steine. Geben Sie sie in ein Säckchen von etwa 25 mal 25 Zentimeter. Gegen die Entzündung wirkt es am besten kühl - legen Sie das Säckchen vor der Anwendung eine Viertelstunde ins Tiefkühlfach. (Vorsicht: Ein Tuch auf die nackte Haut legen, damit es nicht zu Unterkühlungen kommt).

•  Kräutersäckchen: Entzündungen sprechen sehr gut auf harndesinfizierende Heilkräuter, allen voran Bärentraube, ferner Goldrute, Kamille und Weidenrinde an. Die getrockneten Kräuter in ein dünnes Säckchen füllen, dieses über Wasserdampf erhitzen und auf die schmerzende Stelle legen.

•  Heublumensäckchen: Dies ist bei allen Nieren- und Blasenleiden ein gutes Mittel. Er eignet sich auch hervorragend, Entzündungen zu mildern sowie eine Reizblase zu beruhigen. In diesem Fall legen Sie den Sack bis zu viermal täglich auf die Kreuzbein- und Blasengegend.

• Russischer Milchwickel (Anleitung s. hier)

•  Kartoffelumschlag (Anleitung s. hier)

An manchen Kurorten werden »Heubäder« angeboten. Die wirken wie ein Aufenthalt in der Sauna kombiniert mit dem wohltuenden transdermalen Effekt.

 So hilft die Natur

Blasenschwäche

Weniger gefährlich, aber lästig und psychisch eine schwere Belastung ist die Blasenschwäche (Inkontinenz). Dabei tröpfelt tagsüber oder nachts ungewollt Harn. Der Drang, auf die Toilette zu müssen, kann sich in einer Stunde unangenehm häufig einstellen. Dadurch wird der kürzeste Weg außer Haus zum Alptraum, die Angst vor der Geruchsbelästigung für andere Menschen zum ständigen Begleiter. Sprechen Sie unbedingt mit Ihrem Arzt darüber - es gibt heute Hilfe, nämlich gute Medikamente und entsprechende Einlagen.

Mit Auflagen und Wickeln können Sie bei Blasenschwäche wenig erreichen, denn die ist in erster Linie abhängig von der Schließmuskulatur. Je kräftiger die Muskeln im Beckenboden sind, umso eher ist ein guter Verschluss der Blase gewährleistet. Sind die Muskeln dagegen geschwächt, müssen sie durch ein entsprechendes Training wieder gekräftigt werden. Zu schwache Beckenbodenmuskulatur kann besonders bei Frauen nach schweren Geburten und in den Wechseljahren auftreten. Anleitungen für ein gezieltes Training zu erneuter Stärkung der Muskeln geben Krankengymnasten.

Reduzieren Sie bei Blasenschwäche keinesfalls die Flüssigkeitsaufnahme! Das schadet dem gesamten Stoffwechselsystem.

Zwei leichte Übungen zur Kräftigung des Schließmuskels

Versuchen Sie, auf der Toilette den Harnstrahl zu unterbrechen und für kurze Zeit den Harn zurückzuhalten, probieren Sie dies mehrfach hintereinander! Üben Sie ständig im Sitzen oder Stehen, die Muskulatur im Beckenboden bewusst anzuziehen, festzuhalten und wieder zu entspannen.

Harnsteine und Koliken

Ein buchstäblich schweres Problem können Harnsteine werden. Sie erreichen die Größe eines Reiskorns - unter Umständen sogar die eines Tennisballs. Sie bilden sich - manchmal als Folge falscher Ernährungsgewohnheiten - in den Nieren, der Harnröhre oder der Blase, wenn der Harn zu stark mit Calcium oder Oxalsäure versetzt ist. Im Extremfall können solche Steine das ganze Nierenbecken füllen. Es gibt Steine, von denen man nichts spürt und andere, die heftige Schmerzen, ja, sogar Koliken verursachen. Im ersteren Fall muss man nichts gegen sie unternehmen, im letzteren ist der Arztbesuch fällig. Sofern man rechtzeitig genug von der Existenz von Harngrieß oder kleineren Steinchen erfährt, kann man sie mit den folgenden naturheilkundlichen Säckchen und Auflagen dazu bringen, dass sie von selbst abgehen.

So hilft die Natur

•  Heublumensäckchen: Besonders bei Steinen leistet dieses bewährte warme Säckchen voller Heilkräuter ausgezeichnete Dienste. Legen Sie es täglich bis zu einer Stunde auf den Unterbauch. Die Dämpfe lindern Schmerzen und entspannen die verkrampfte Muskulatur. Die Wirkung ist umso besser, je heißer das Säckchen ist. Damit keine Verbrennungen auf der Haut entstehen, wickeln Sie es vorab in ein dünnes Tuch.

Bei Koliken können Ihnen folgende wohltuende Wickel und Umschläge Erleichterung verschaffen:

•  Fango- und Heilerdeumschlag (Anleitung s. hier).

•  Senfauflage oder -wickel (Anleitung s. hier): Sie unterstützt zudem noch die Entgiftung des Körpers.

Was Sie sonst noch tun können

Damit Sie Blasen- und Nierenbeschwerden lindern bzw. vorbeugen können, hier einige weitere hilfreiche Tipps:

• Warme Fuß- und Sitzbäder mit einem Aufguss aus Kamillenblüten.

• Viel Tee trinken, täglich bis zu drei Liter, das schwemmt Keime aus; die besten Heilkräuter: Birkenblätter, Brennessel, Goldrute, Liebstöckel, Löwenzahn.

• Übergewicht abbauen.

• Reizstoffe meiden; vor allem Alkohol, Kaffee, schwarzen Tee, scharfe Gewürze.

• Gesund essen: viel Rohkost und Vollkorn; Zucker und Fette weitgehend meiden; wenig Fleisch, Eier und Milch.

• Blasen und Nieren stets warm halten.

• Nicht gleich bei jedem Zipperlein zur Tablette greifen.

• Blutdruck regelmäßig kontrollieren, ein zu hoher Blutdruck schadet den Nieren.

• Beim Geschlechtsverkehr Kondome tragen.

 Prostata

Was Männern zu schaffen macht

Etwa ab dem 50. Lebensjahr leiden alle Männer mehr oder weniger schwer unter der Vergrößerung ihrer Vorsteherdrüse, der Prostata. Auch Entzündungen an dieser Drüse sind keine Seltenheit. Die Aufgabe der Prostata liegt darin, ein milchiges Sekret zu produzieren. Dieses Sekret wird bei der Ejakulation dem Samen beigemischt und hat die Funktion, die Samenfädchen beweglich zu machen. Die Ursachen, warum sich die Prostata bei Männern im mittleren Alter vergrößert, konnten bislang noch nicht endgültig geklärt werden. Man vermutet jedoch, dass Einflüsse durch hormonelle Veränderungen, die in der Lebensmitte eintreten können, eine gewisse Rolle spielen. Was die Ursachen für Entzündungen der Prostata betrifft, steht jedoch fest, dass bakterielle Infektionen durch die Harnröhre dafür verantwortlich sind. Durch eine Vergrößerung der Prostata können erhebliche Schwierigkeiten auftreten, die für den Betroffenen äußerst schmerzhaft werden können: Die Harnentleerung wird beträchtlich behindert und kann im schlimmsten Fall sogar blockiert werden. Sollte sich die Prostata nach hinten ausweiten, kann sogar der Darmausgang in Mitleidenschaft gezogen werden.

Selbstbehandlung allein wird in den wenigsten Fällen ausreichen. Sie kann aber durchaus unterstützend wirken.

Die Prostata sitzt unter der Harnblase und hat ungefähr die Größe einer Kastanie.

So hilft die Natur

•  Kohlwickel: Ein Wickel aus Kohlblättern ist extrem hilfreich bei Prostatabeschwerden (Anleitung s. hier). Die Blätter werden über Nacht vorsichtig um das schmerzende Körperteil gewickelt und mit einem weichen, nicht einschneidenden Band befestigt. Unangenehme Kohldüfte im Haus oder das Grinsen der Gattin wegen des intimen Behandlungsbereichs muss »Mann« jedoch verkraften können.

•  Honig: Schmerzen, Verhärtungen und Geschwülste an den Hoden lassen sich mit diesem vielseitigen Hausmittel gut bessern. Wer es probieren möchte: Tauchen Sie ein Tuch in warmes Wasser, wringen es kräftig aus und glätten es. Dann wird das Tuch dick mit gutem Bienenhonig eingestrichen und vorsichtig auf den schmerzenden Hoden gelegt. Über das feuchte Tuch kommt ein dünnes trockenes, darüber ein wollenes (Socke, Wollschal). Diese Auflage soll eine Stunde liegen bleiben. Wer allein mit dieser Therapie Heilung erzielen will, muss die Auflage stündlich erneuern. Wichtig: Das Tuch vor einem neuen Honigaufstrich gründlich auswaschen.

Was Sie sonst noch tun können

Bei einer vergrößerten Prostata und entsprechenden Beschwerden entspannen warme Sitzbäder mit Ackerschachtelhalm oder Lehm. Eine Ernährungsumstellung auf viel Rohkost und reichlich Kürbiskerne zwischendurch ist ebenfalls anzuraten.



       ► Fortsetzung


Zum Thema:
Hausapotheke
Heilpflanzen und ihre Kräfte
Asia-Wellness








Suche

Freunde der Webseite
  • Schwangerschaft ohne Probleme
  • Gymnastik nach der Geburt
  • Vorname für Kind
  • Glückspilz sein
  • Basteln & Spaß
  • Naturführer Pilze
  • Zimmer- und Gartenblumen
  • Nützlich & Interessant