Die Gesundheit
Natur und Medizin
Willkommen  | RSS


Menü

Nützlich & Interessant

Geheimnisse der Hausmedizin - Aus dem Garten der Natur

Ratgeber Gesundheit


Die Natur ist wie eine große Apotheke. Vieles, was heilend auf unseren Körper wirkt, stammt aus dem Garten der Natur. Auch die von der pharmazeutischen Industrie hergestellten Arzneimittel enthalten häufig natürliche Essenzen oder naturidentische Substanzen, die chemisch nachgebaut sind. Die meisten heilenden Zutaten für Wickel, Säckchen und Umschläge findet man ganz in der Nähe. Manches hat man schon in der Küche, anderes kann man im eigenen Garten oder bei einem Spaziergang durch Wald und Wiesen selbst sammeln. Drogerien und Reformhäuser bieten eine Vielzahl von natürlichen oder veredelten Kräutern und anderen pflanzlichen Produkten an, die in der überlieferten Volks- und Naturmedizin angewandt werden. In diesem Kapitel stellen wir Ihnen die beliebtesten Produkte »quer aus dem Kraut- und Gemüsegarten der Natur« mit ihren wichtigsten Heilwirkungen vor.

Aus dem Garten der Natur

Kirschkerne

KirschkerneKirschen haben 57 Kalorien pro 100 Gramm und enthalten die lebensnotwendigen Vitamine A, B1, B2, B6 und C. Darüber hinaus sind die Früchte reich an Natrium, Kalium, Kalzium, Phosphor, Magnesium und Eisen - allesamt wichtige Mineralstoffe beziehungsweise Spurenelemente.

Im Sommer können Sie den Vorteil nutzen, sich Ihr Kirschkernsäckchen selbst »zusammenzuessen«, statt es schnell im Laden zu kaufen. Dadurch sorgen Sie gleich in zweifacher Weise für die Gesundheit Ihres Körpers. Denn neben dem gesunden Fruchtfleisch haben auch die kleinen, niedlichen Kirschkerne eine einzigartige Gabe: Sie können wahlweise Wärme oder Kälte sehr lange speichern und sie ganz sanft wieder abgeben. So wirkt ein warmes Kirschkernsäckchen durchblutungsfördernd, abwehrstärkend, schmerzlindernd und heilungsfördernd. Es lässt sich quasi wie eine »Wunderwaffe« anwenden gegen alle Beschwerden, bei denen sich eine Behandlung mit Wärme empfiehlt. Dazu gehören in erster Linie die allseits bekannten und lästigen Alltagsleiden wie Erkältung und Grippe.

Auch gegen größere Gesundheitsstörungen, die unser Wohlbefinden beeinträchtigen, lässt sich mit einem warmen Kirschkernsäckchen vorgehen: Unterleibsbeschwerden wie beispielsweise Menstruationsschmerzen, Eileiter- und Blasenentzündung, Hexenschuss, Ischias und andere Neuralgien. Außerdem lassen sich Erkrankungen aus dem rheumatischen Formenkreis sowie die schmerzhaften Verspannungen von Muskeln und Nerven mit einem warmen Kirschkernsäckchen äußerst wirksam behandeln.

Ein gekühltes Kirschkernsäckchen dagegen hemmt die Durchblutung, setzt das Schmerzempfinden herab, regt die Herztätigkeit an.

Frauen sollten Kälteanwendungen im Unterleibsbereich vermeiden - die inneren Geschlechtsorgane und die Nieren sind kälteempfindlich, sie könnten mit einer Entzündung antworten.

Heublumen

Unter der Bezeichnung Heublumen sind Mischungen aus getrockneten Gräsern sowie den Blättern, Blüten und Samen von Wiesenblumen im Handel. Selbstverständlich kann man diese Heublumen auch selber sammeln. Nehmen Sie eine Stofftasche und machen Sie im Hochsommer oder zu Herbstbeginn einen Spaziergang auf dem Land -sicher kommen Sie an einer frisch gemähten Wiese vorbei. Füllen Sie einfach etwas von der Mahd in Ihre Tasche. Schon auf der Heimfahrt wird sie ihren angenehmen Duft verströmen und Sie lange Zeit an Ihren schönen Ausflug erinnern. Heublumen lassen sich bei vielerlei Beschwerden einsetzen. Auflagen damit sind wohltuend bei Blähungen und Verstopfung, Erbrechen und Bronchitis, Erkrankungen von Leber und Nieren sowie bei Magen-, Darm- und Blasenbeschwerden. Auch Koliken, Menstruationsschmerzen, Muskelverspannungen und Gelenkserkrankungen kann man mit Heublumen behandeln. Sie lösen Krämpfe, fördern die Durchblutung, beruhigen die Nerven und lindern Schmerzen.

Preiswerter geht's nicht

Fix und fertige Heublumensäckchen gibt es in Apotheken und Reformhäusern zu kaufen. Braucht man häufiger welche, eine nicht ganz billige Angelegenheit. Wenn Sie keine Möglichkeit haben, selbst ein wenig frisches Heu von einer Wiese zu sammeln: Kaufen Sie Heu in Beuteln, und zwar in der Gartenbedarfs- und Zoohandlung - dort wird es für Hasen und Meerschweinchen angeboten. Dieses wohlduftende Alpenwiesenheu eignet sich prima für hausgemachte Heublumensäckchen.

Dinkel

Dinkel

Der Dinkel ist in den letzten Jahren als Brotgetreide wiederentdeckt worden. Viele Bäckereien bieten reines Dinkelbrot oder Mischbrot mit Dinkel an.

Dinkel findet man nur selten in den Ladenregalen. Der Grund: Die Produktion dieses Getreides lässt sich weder mit Dünger noch mit anderen intensiven landwirtschaftlichen Maßnahmen steigern. In der Ernährung spielt Dinkel für all diejenigen eine wichtige Rolle, die empfindlich oder gar allergisch auf andere Getreide reagieren - mit Dinkel gibt es durchweg positive Erfahrungen. Er liefert neben wertvollen Ballaststoffen die wichtigen Vitamine А, В und E, dazu jede Menge Kalium, Kalzium, Magnesium, Eisen und Phosphor. Dinkel ist ein Verwandter des Weichweizens, im Gegensatz zu diesem jedoch fest von Spelzen umschlossen. Gerade um diese Spelzen geht es bei der Anwendung von Säckchen und Kissen: Als Füllung wirken sie wohltuend bei rheumatischen Beschwerden.

Hirse

Diese Getreideart gibt es schon seit Urzeiten, sie war allerdings lange Zeit in Vergessenheit geraten. Jetzt aber haben sie Ernährungswissenschaftler und Naturmediziner wiederentdeckt: Hirse enthält nämlich sehr viel Eisen, Fluor und Kieselsäure - mehr als jedes andere Getreide. Manche Menschen empfinden den Geschmack von Hirse als bitter. Der Grund dafür ist, dass aus der Hirse Fett austritt und etwas ranzig wird. Ein Tip: Waschen Sie die Hirse unter fließend heißem Wasser ab. Hirse können Sie zu süßen und pikanten Gerichten verarbeiten, die Flocken schmecken gut im Müsli. Natürlich, und das interessiert hier ja besonders, lassen sich damit auch Kissen und Säckchen füllen. Man setzt sie ein zur Beruhigung und Entspannung sowie für einen erholsamen Schlaf. Besonders Rückengeschädigte sollten Hirsesäckchen einmal ausprobieren.

Kräuter

Die Zahl der Kräuter, die sich zu Heilzwecken einsetzen lässt, ist fast unüberschaubar. Die Einsatzmöglichkeiten mancher Pflanzen sind jedoch sehr speziell und eingeschränkt - es würde sich nicht lohnen, einen Vorrat davon anzulegen. Etliche Heilpflanzen verfügen allerdings über eine breite Wirkungspalette, oder sie helfen bei weit verbreiteten bzw. häufig auftretenden Leiden. Diese Kräuter sollten Sie eigentlich immer im Hause haben - so können Sie sie bei Bedarf in ein Säckchen packen und als äußerliche Anwendung zu Heilzwecken verwenden. Die wichtigsten Kräuter:

• Kamille: Sie dämmt Entzündungen, Schwellungen und Hautprobleme ein und beschleunigt die Wundheilung.

• Lavendel: Empfehlenswert gegen unreine Haut sowie nervös bedingte Beschwerden.

• Ringelblumen: Sie fördern die Wundheilung, mildern Menstruationsbeschwerden ab und helfen gegen Magengeschwüre.

• Salbei: Bei Zahnfleisch- und Mundschleimhautentzündungen, Halsschmerzen, Gicht, Rheuma sowie eitrigen Wunden, ferner bei Nieren- und Leberbeschwerden sowie bei Unruhezuständen.

• Schlüsselblumen: Sie werden zur Beschleunigung der Wundheilung verordnet, gegen Schlafstörungen und Kopfschmerzen sowie bei Husten und Erkältungen. Auch Nieren- und Blasenbeschwerden lassen sich mit Schlüsselblumenauflagen behandeln.

Zwiebeln

ZwiebelnSommerzwiebeln, Gartenzwiebeln, Küchenzwiebeln, Tulpenzwiebeln - die Vielfalt dieses Liliengewächses ist beachtlich. Zwiebeln wachsen unter der Erde, die meisten Sorten benötigen zwei Jahre zum Reifen, Lediglich die ganz gewöhnliche Küchenzwiebel wurde so gezüchtet, dass ihre Knolle innerhalb eines Jahres unter der Erde reift. Diese Zwiebel ist es auch, die für Heilzwecke so interessant ist.

Die weitverbreitete Nahrungspflanze kommt in nahezu allen Gegenden der Welt vor und ist auch überall als Gewürz oder Gemüse in der Küche hochgeschätzt. Die unterschiedlichsten Arten, die es gibt, wurden alle von der Hauptart Allium сера gezüchtet. Die verschiedenen Zwiebeln können in Aussehen, Geschmack und heilkräftigen Eigenschaften sehr unterschiedlich sein. Das wichtigste Unterscheidungskriterium liegt darin, ob es sich um eine Sommer- oder Winterzwiebel handelt. Die Sommerzwiebel hat einen scharfen Geruch und einen sehr intensiven Geschmack. Die Winterzwiebel ist weitaus milder als die Sommerzwiebel und kann mitsamt dem Gemüse verzehrt werden. Die heilkräftigen Wirkstoffe stecken ausschließlich in der eigentlichen Knolle, also nicht im Gemüse. Die Heilkraft der Zwiebel wurde in der Naturheilkunde immer etwas vernachlässigt, weil man sich lieber eines nahen Verwandten, des Knoblauchs, bediente. In der Volksmedizin hingegen wurde die Zwiebel als Universalheilmittel schon immer geschätzt - denn sie ist in jedem Haushalt zu finden und somit ein extrem preiswertes Medikament. Die verschiedenen Zwiebelzubereitungen sind vor allem bei Erkältungskrankheiten, Husten, Schnupfen, Hals- und Ohrenschmerzen ein Mittel, zu dem häufig gegriffen wird. Wissenschaftliche Untersuchungen haben die Heilkraft der Zwiebel inzwischen bestätigt. Ihre ätherischen Öle wirken stark antibakteriell und desinfizierend. Sie verhindern das Ansiedeln von Krankheitskeimen und somit den Ausbruch von Infektionen. Auch in der Wundheilung ist die Zwiebel wegen dieser Eigenschaften sehr effizient. Sogar der Verdauungstrakt profitiert davon. Wer viel Zwiebeln isst, unterstützt seine Abwehrkräfte. Außerdem wirkt dieses Liliengewächs wassertreibend und somit reinigend. Schad- und Schlackenstoffe werden besser ausgeschwemmt und dadurch wird Nierensteinen vorgebeugt. Die Senföle der Zwiebel sollen übrigens auch der Liebeslust förderlich sein!

Die Zwiebel ist aber auch in anderer Hinsicht wassertreibend, denn sie lässt bekanntermaßen die Tränen fließen. Dies liegt an ihrem recht hohen allergischen Potential. Wer also beim Zwiebelschneiden die Tränen stets in Strömen vergießt und heftig niesen muss, sollte auf Zwiebeln als Heilmittel lieber verzichten.

Die Zwiebel ist eine der ältesten bekannten Kulturfrüchte. In manchen altägyptischen Gräbern wurden Zwiebeln als Grabbeigabe gefunden

Kartoffeln

Die Heimat unserer Speisekartoffel liegt in den Kordilleren von Peru und Chile. Dort entdeckten die Spanier das Nachtschattengewächs. Rasch wurde die Knolle zum beliebtesten Gemüse auf amerikanischen und europäischen Speisezetteln. Kaum ein anderes Feldgewächs ist derart vielseitig zuzubereiten.

Relativ große Mengen der im Spätsommer erntereifen Knollen werden übrigens technisch verarbeitet. Kartoffeln sind der Rohstoff für Kartoffelstärke, Dextrin oder Traubenzucker. Zwei bis drei Prozent der Ernte werden zu Kartoffelspiritus verarbeitet, zunehmend größere Mengen für die Herstellung von Fertigprodukten aus Kartoffelflocken. Der hohe gesundheitliche Wert ist eher ernährungsphysiologisch zu sehen. Kartoffeln enthalten etwa 20 Prozent wertvolle Stärke, dazu hochwertige Eiweißstoffe. Alles in allem ist die Kartoffel der beste Ballaststoff für den Darm. Wer viel Kartoffeln isst, wird stets eine gute Verdauung haben und einen gesunden Darm.

Als Heilmittel hat sie sich in der Volksmedizin einen Namen gemacht. Hauptsächlich als Breiumschlag bei Gicht, allen rheumatischen Beschwerden, Sehnenscheidenentzündungen und Hautleiden. Auch bei Krämpfen, Durchblutungsstörungen und Entzündungen kann sich ein Umschlag aus gekochten, zerstoßenen Kartoffeln bewähren.

Kohl

Kohl riecht zwar nicht angenehm, hat aber ganz erstaunliche Heilwirkungen. Vorausgesetzt, Patient und Angehörige können mit dem penetranten Kohlgeruch im Haus leben. Das ist bei kranken Menschen nicht immer der Fall, denn ihre Geruchsorgane sind empfindlicher. Neben den bekannteren Kohlsorten wie Blumenkohl, Rosenkohl oder Weiß- und Rotkohl gibt es von diesem Kreuzblütler über 30 verschiedene Arten. Die meisten sind im Mittelmeerraum heimisch.

Gesund sind alle Sorten. Kohlgemüse sind ein gutes Schmiermittel für den Darm, denn sie enthalten reichlich Ballaststoffe, daneben viele Vitamine und Mineralien sowie die gesunden sekundären Pflanzenstoffe (Färb- und Geruchsstoffe), von denen wir heute wissen, dass sie für viele biochemische Prozesse im Körper höchst wichtig sind. Als Heilmittel gegen Magengeschwüre eignet sich hauptsächlich Kohlsaft (aus dem Reformhaus), von dem man dreimal täglich zwei Esslöffel nimmt. Wem das nicht schmeckt: Kohlsaft kann auch sehr gut als Würzmittel in Suppen, Soßen und Salaten verwendet werden. Aber Vorsicht: Nicht mitkochen, denn das macht den wertvollen Inhaltstoffen den Garaus!

Aus der Volksmedizin stammt das Auflegen von gekochten, warmen Kohlblättern bei Halsschmerzen, rheumatischen Beschwerden an den Gelenken sowie bei Geschwüren. Dazu werden die Kohlblätter weich gekocht und mit einem trockenen Tuch auf der betreffenden Hautstelle fixiert.

Der Kohl stammt vermutlich aus dem kleinasiatischen Raum. In Nordeuropa wurde er bald wegen seiner besonderen Winterhärte geschätzt

Honig

Das Gold der fleißigen Bienen ist unser gesündestes Nahrungsmittel. Honig erleichtert die Atmung, lindert Schnupfen und löst den Schleim in den Bronchien. Diese segensreiche Wirkung verdanken wir dem gesunden Honigzucker, ätherischen Ölen und vielen antibakteriellen Stoffen.

Honig 

Eine kraftgebende Mischung, die auch als rascher Energielieferant nicht verschmäht werden sollte! Daneben leistet Honig noch gute Dienste für die Herztätigkeit. Wissenschaftliche Versuche haben gezeigt, dass er positiv auf das Zusammenziehen des Herzmuskels wirkt, den Herzschlag reguliert und die Durchblutung der Herzkranzarterien fördert. Also insgesamt eine gute Stütze für den Lebensmotor. Wer gern einmal zu tief ins Glas schaut und seiner Leber damit Schwerstarbeit zumutet, ist mit Honig ebenfalls gut beraten. Die Giftstoffe, die die Leber bei Alkoholgenuss abbauen muss, werden an biologische Stoffe aus dem Traubenzucker des Honigs gebunden, unschädlich gemacht und ausgeschwemmt. Ebenso förderlich ist der Honig für ein anderes Verdauungsorgan, den Magen. Wer unter Stress leidet und mit zuviel Magensäure Probleme hat, tut gut daran, zum Honigtopf zu greifen. Honig enthält nämlich einige Bitterstoffe (von denen wir natürlich nichts schmecken), die den Säurehaushalt im Magen regulieren. Bei zuviel Säure bremsen diese Stoffe einerseits die Säureproduktion, kurbeln sie aber andererseits bei zu geringem Gehalt an. Schließlich bewirkt Honig auch im Darm viel Gutes: Er ist ein ausgesprochen natürliches und gesundes Abführmittel (einen Esslöffel Honig in einem Glas zimmerwarmem Mineralwasser verrühren und auf nüchternen Magen trinken).

Als echtes Wundermittel gilt Honig, wenn es um Verletzungen der Haut geht. Direkt auf eine Wunde aufgetragen, sorgt er dafür, dass vermehrt Lymphe in den Wundbereich geschwemmt wird. Das beschleunigt die Wundheilung und regt die Bildung neuer Hautzellen an.

Wegen seiner ausgeprägten therapeutischen Wirkungen gilt Honig in vielen Kulturen als Symbol von Vitalität und Lebenskraft.


Nahrhaft und gesund

Auch was den Nährwert angeht, hat Honig einiges vorzuweisen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung gibt folgende Werte pro 100 Gramm an:

81

g

Kohlehydrate

7

mg

Natrium

5

mg

Calcium

20

mg

Phosphor

1,3

mg

Eisen

4

g

Vitamin А

0,10

g

Vitamin B1

0,40

g

Vitamin B2

0,5

mg

Niacin.

Quark

Quark wirkt kühlend und abschwellend, er lindert Schmerzen und hemmt Entzündungen, löst Hustenschleim und Hustenkrämpfe. Außerdem werden ihm entgiftende Wirkungen nachgesagt. Man verwendet ihn kalt (Kühlschrank) oder warm (etwa 37 Grad). Quark ist ein wahres Allheilmittel - kalte Kompressen und Wickel helfen bei Entzündungen und Schwellungen - übrigens auch beim berühmten »Tennisarm«. Hat man sich einen Sonnenbrand zugezogen oder quälen Insektenstiche, so verschafft eine kalte Quarkauflage rasch Linderung. Und Kopfschmerz verschwindet oft auf wundersame Weise, wenn man sich eine kühle Quarkkompresse auf die Stirn oder in den Nacken legt. Warmer Quark wird bei Krampfadern, Venenleiden und Gelenkentzündungen empfohlen, des weiteren bei Bronchitis, Halsschmerzen und Husten, bei Lymphdrüsenschwellungen und Mumps sowie bei Gelenk- und Gliederschmerzen.

Preiswert und gut

Verwenden Sie für Quarkkompressen und Wickel immer ein Produkt der Magerstufe - es enthält alle wichtigen Wirkstoffe und ist billiger als Quark mit höherem Fettgehalt oder gar Sahnequark.

Essig

Betrachtet man die Inhaltsstoffe des Essigs, wird rasch klar, warum er zu den »Spitzenreitern« bei den Hausmitteln gehört. Sein Anwendungsspektrum ist ausgesprochen vielseitig. Neben den für den gesamten Organismus wertvollen Essigsäuren enthält Essig vor allem organische Säuren, Mineral- und Eiweißstoffe, Kohlehydrate, Vitamine und diverse flüchtige Verbindungen.

Unsere Vorväter und Urgroßmütter wussten sicher nicht, dass das ungeheuer breite Wirkungsspektrum des Essigs vor allem auf drei Grundeigenschaften dieses sauren Saftes zurückzuführen ist:

1. Essig wirkt sehr stark keimtötend, was ihn zu einer hervorragenden Waffe gegen alle Krankheiten macht, die durch Bakterien hervorgerufen werden.

2. Essig kurbelt generell den Stoffwechsel an, der wiederum den gesamten Organismus steuert. Damit hat Essig automatisch besonders großen Einfluss auf alle Vorgänge im Verdauungssystem, sprich: in Magen und Darm. Er wirkt sich auch positiv auf den Kreislauf aus, die Blutfließeigenschaften sowie alle damit zusammenhängenden Beschwerden. Außerdem unterstützt Essig den Organismus beim Abbau von Fetten, Kohlehydraten und bei der Verwertung von Eiweißstoffen.

3. Viele Essigsorten enthalten, abhängig vom Obst, das man ihnen beimischt, zahlreiche wertvolle Vitamine und Spurenelemente. Im Apfelessig beispielsweise sind die Vitamine B1 und B2, Niacin und Vitamin С enthalten, ferner reichlich Kalium und Magnesium sowie Phosphor. So manche Beschwerden lassen sich mitunter auf einen Mangel an dem einen oder anderen dieser wertvollen Nährstoffe zurückführen. In einigen Fällen hilft eine erhöhte Zufuhr dieser Stoffe auch dabei, Krankheiten rascher zu überwinden.

 

Die Zusammensetzung des Weinessigs:

Essigsäure

g/l

41 - 71

Nichtflüchtige Säuren

g/l

0,7- 7,6

(ber. als Weinsäuren)

Gesamtweinsäure

g/l

0,1- 3,22

Extrakt

g/l

9,1- 31,9

Zucker

g/1

0,2- 3,2

Zuckerfreier Extrakt

g/1

8,1- 14,0

Asche

g/l

0,81 - 8,77

Glycerin

g/l

1,2 - 6,3

Alkohol

Vol.-%

0,0- 1,9

Acetylmethylcarbinol

mg /l

10- 978

Kaliumsulfat

g/l

0,3- 1,2

 

Die wesentlichen Aminosäuren im Weinessig:

(Der Aminosäuregehalt ist in mg/l bei einem Weinessig mit 45 g/l Essigsäuregehalt angegeben.)

Alanin

nachgewiesen

Arginin

50

Cystin

85

Glycin

nachgewiesen

Glutaminsäure

nachgewiesen

Isoleucin

540

Leucin

88

Lysin

88

Methionin

19

Phenylalanin

100

Threonin

nachgewiesen

Tryptophan

1

Tyrosin

13

Serin

nachgewiesen

 

Darüber hinaus enthält Weinessig folgende Vitamine:

Riboflavin

ug/l

64,5

Nicotinamid

ug/l

267

Panthothensäure

ug/l

167


Essig ist eigentlich sauer gewordener Wein. Das spanische Wort für Essig heißt »vinagre«, eine Zusammensetzung aus »vino« (= Wein) und »agrio« (= sauer).

Senf

Senf enthält Benzyl- und Allyl-Senföle - darauf beruht die Wirkung einer Senfauflage. Diese beiden Öle fördern die Durchblutung von Haut und Schleimhäuten sowie die Schleimhautsekretion. Darüber hinaus lassen sich mit Senf Bakterien und Pilze effektiv bekämpfen. Senfauflagen sind angezeigt bei Bronchitis und Erkältungen sowie bei Entzündungen der Nasennebenhöhlen. Naturmediziner empfehlen Senfwickel auch zur Behandlung chronischer Leber- und Nierenleiden. So gesund eine Senfauflage allerdings auch sein mag: Verzichten Sie darauf, wenn Sie unter Venenerkrankungen leiden oder besonders empfindliche Haut haben.

Senf ist eine alte Kulturpflanze, die vom Mittelmeerraum aus eine weite Verbreitung gefunden hat.


Vorsicht, scharf!

Senf kann die Haut reizen. Sollten Sie ein Brennen verspüren, oder zeigen sich starke Rötungen, brechen Sie die Behandlung sofort ab. Besonders empfindliche Menschen sollten vor dem Anlegen von Brust- oder Leibwickeln die Brustwarzen sowie die Achselhöhlen mit einem extra Baumwolltuch oder mit einem trockenen Waschlappen abdecken.

Heilerde und Fango

Heilerde und FangoLehm, Moor und Schlamm gehören längst zu den anerkannten Bestandteilen naturheilkundlicher Therapien. Viele davon eignen sich bestens für die Selbstbehandlung. Lehm, Moor und Schlamm sind daneben die klassischen Begleiter von Wasseranwendungen. Dank zahlreicher wissenschaftlicher Untersuchungen wissen wir heute, warum Mutter Erde derart gute Heilwirkung entfaltet. Je nach Herkunft enthält Erde viele anorganische Mineralstoffe und Spurenelemente. Wichtig ist vor allem die Kieselsäure, die als Urstoff aller lebenden Substanz gilt. Sowohl bei innerlicher als auch bei äußerlicher Anwendung entfalten Heilerden ihre verschiedenen Wirkungen.

Allgemein wirken Schlamm- und Erdumschläge oder -wickel entzündungshemmend, aufsaugend, fiebersenkend, entschlackend und entgiftend. Daher zeigen sie bei Hautkrankheiten wie Furunkeln, Akne oder Ausschlag gute Wirkung. Auch Verletzungen wie Prellungen, Blutergüsse, Verstauchungen, Verrenkungen, Quetschungen und rheumatische Beschwerden sind mit Erde- oder Schlammumschlägen gut zu beeinflussen.

Erde, Moor, Schlamm oder Lehm kann man zwar auch in freier Natur finden, doch gibt es in den Apotheken fertige, und vor allem speziell für medizinische Anwendungen aufbereitete Mischungen zu kaufen. Vom Selbermachen eines Umschlages ist auch wegen der hohen Schadstoffbelastung abzuraten, die Sie als Laie kaum einschätzen können. Zu Hause müsste die Erde zunächst sterilisiert werden - ein Aufwand, der sich nicht lohnt.

Innerlich angewendet, empfehlen sich Kuren mit Heilerde besonders bei Magen- und Darmleiden mit Blähungen, übermäßiger Gas- und Fäulnisbildung, bei Durchfall und bakteriellen Infektionen. Fango, ein mineralischer Schlamm mit außerordentlicher Heilwirkung, wird in Form von heißen Auflagen oder Wickeln besonders erfolgreich gegen Frauenleiden eingesetzt. Auch schlecht heilende Narben oder Knochenbrüche sind mit Fango gut zu therapieren - allerdings nur, wenn die Behandlung kurmäßig durchgeführt wird. Nur eine einzige Anwendung wirkt sich allerdings nicht aus.

Eine Ausnahme ist jedoch der Lehmwickel: Nach nur zweistündigem Auflegen spült man den Lehm anschließend kalt ab. Diese Form von Wickel ist ein hochbewährtes Mittel gegen Entzündungen allgemein, Eiterungen, Haut-, Venen- und Lymphgefäßentzündungen und gegen jegliche Verletzungen.

Geheimtipp:

Gegen Juckreiz und Schwellungen bei Insektenstichen hilft ein Essig-Lehmumschlag nicht nur sofort, sondern auch nachhaltig. Etwas Lehm mit kaltem Wasser verrühren und kräftig mit Essig mischen (Wasser zu Essig im Verhältnis 2:1).



       ► Fortsetzung


Zum Thema:
Hausapotheke
Heilpflanzen und ihre Kräfte
Asia-Wellness








Suche

Freunde der Webseite
  • Schwangerschaft ohne Probleme
  • Gymnastik nach der Geburt
  • Vorname für Kind
  • Glückspilz sein
  • Basteln & Spaß
  • Naturführer Pilze
  • Zimmer- und Gartenblumen
  • Nützlich & Interessant