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Geheimnisse der Hausmedizin - Säckchen, Kompresse oder doch lieber ein Wickel?

Ratgeber Gesundheit


Säckchen - konzentrierte Heilkraft Säckchen, Kompressen und Wickel zählen zu den verblüffend einfachen und zudem sensationell preiswerten Hausmitteln. Und nicht nur das: Bei der Einnahme »chemischer Keulen« muss man zudem stets mit den unterschiedlichsten unerwünschten Nebenwirkungen rechnen - ganz anders sieht die Sache bei den Heilmitteln der Natur aus. Seit alters her weiß man, was man an ihnen hat: Ganz ohne Gefahr können sie Schmerzen stillen und Krämpfe lösen, Fieber senken und Schwellungen abklingen lassen, die Durchblutung fördern und Entzündungen eindämmen. Die Frage ist nur: Soll man die Beschwerden mit einem Säckchen lindern? Hilft eine Kompresse besser? Oder wäre ein Wickel angezeigt?

Säckchen, Kompressen und Wickel werden im Grundsatz ähnlich angewendet: Man legt sie auf die betroffene Körperstelle auf. So wird in diesem Zusammenhang auch einfach von einer »Auflage« gesprochen. Ein wenig unterscheiden sich die Auflagen dennoch.

Säckchen - konzentrierte Heilkraft

Heilsäckchen sind im Prinzip nichts anderes als Stoffbeutel, die mit gereinigten Kirschkernen, feinen Getreidespelzen oder getrockneten Kräutern gefüllt werden. Solche Säckchen lassen sich vielseitig verwenden.· warm oder kalt, feucht oder trocken. Sie entfalten ihre heilende Wirkung über die Haut sowie über den Geruchssinn.

Apotheken und Reformhäuser halten fix und fertige Kirschkern-, Getreide- und Kräutersäckchen bereit. Die Säckchen lassen sich aber auch ganz einfach selber herstellen. Zwar ist dies nicht unbedingt billiger, aber es kann eine Menge Spaß machen, die eigene Gesundheit sozusagen schon an der Nähmaschine in die Hand zu nehmen.

Drei Anwendungsformen - eine Wirkungsart. Für jede Krankheit gibt es eine geeignete Auflage.

Kirschkernsäckchen nähen und füllen

Am praktischsten ist es, jeweils ein Säckchen sowie ein etwas größeres Kissen mit dergleichen Füllung herzustellen - das Säckchen dient der lokal begrenzteren Anwendung, das Kissen ist für die großflächigere Behandlung geeignet. Dabei sollte aus hygienischen Gründen jedes Familienmitglied seine eigenen Säckchen bzw. Kissen besitzen -beschriften Sie sie jeweils mit einem wasserfesten Stift - die gibt's in Schreibwarenläden und Kaufhäusern.

 Kirschkernsäckchen nähen und füllen

• Für ein Säckchen brauchen Sie einen Stoffrest von zirka 20 mal 40 Zentimetern, für ein Kissen ein Stück Stoff von 40 mal 80 Zentimetern. Das Material sollte weich und hautsympathisch sein und Körperfeuchtigkeit gut aufnehmen und abgeben können -Baumwolle und Leinen besitzen diese Eigenschaften. Wer den Trend zur Natur ganz genau nimmt, verwendet ungebleichten und ungefärbten »Öko-Stoff«. Die Säckchen und Kissen entfalten ihre Wirkung jedoch ebenso gut und sehen netter aus, wenn Sie Stoffe mit Karos, Streifen oder Blümchen im Landhauslook wählen. Vorsichtshalber sollten sämtliche Stoffe immer erst gewaschen werden, bevor man sie zu Säckchen und Kissen verarbeitet - viele sind mit Appreturen ausgerüstet oder enthalten noch Reste von Pflanzenschutzmitteln. Dies kann zu Hautreizungen oder sogar Allergien führen. Und so werden die Säckchen gefertigt:

• Versäubern Sie zuerst die Schnittkanten des Stoffs rundherum mit der Nähmaschine - stellen Sie dazu den Zickzackstich ein.

• Falten Sie dann den Stoff so aufeinander, dass ein 20 mal 20 Zentimeter bzw. 40 mal 40 Zentimeter großes Quadrat entsteht.

• Nähen Sie zwei der offenen Seiten zu - nicht zu knappkantig, sonst platzt das Säckchen bzw. Kissen später vielleicht auf. Arbeiten Sie beim Schließen der Nähte ebenfalls mit dem Zickzackstich.

• Drehen Sie den Stoffbeutel »auf rechts« - die Nähte liegen jetzt auf der Innenseite des Säckchens bzw. Kissens.

Verwenden Sie für verschiedene Familienmitglieder verschiedene Stoffe. So hat jeder sein individuelles Säckchen!

Nun kommen die Kirschkerne an die Reihe: Für ein Säckchen benötigen Sie ungefähr 500 bis 600 Gramm Kirschkerne, für ein Kissen die doppelte Menge. Bevor Sie die Steinchen in das Säckchen füllen, sollten Sie alle Fruchtfleischreste sorgfältig entfernen. Waschen Sie die Kerne mehrmals gründlich unter fließendem Wasser, und schrubben Sie sie mit einer sauberen Nagelbürste ab. Diese Prozedur ist etwas mühsam und gelingt am besten, wenn Sie jeweils ein paar Kerne in die hohle Hand nehmen und dann mit der Bürste bearbeiten. Nach dem letzten Waschgang werden die Kirschkerne nebeneinander auf Geschirrtüchern ausgebreitet und in der Sonne getrocknet. Füllen Sie die trockenen Kerne in die Stoffbeutel. Sie sollten nicht zu prall gestopft werden, damit sie sich an die zu behandelnden Körperpartien gut anschmiegen und nicht nur plump aufliegen. Für ein kleines Säckchen genügt - wie gesagt - etwa ein Pfund, für ein Kissen sind ein Kilogramm Kirschkerne ausreichend.

• Jetzt schließen Sie die letzte Naht - das geschieht sichtbar von außen. Damit das Säckchen oder Kissen nicht nur der Gesundheit guttut, sondern auch schön aussieht, sollten Sie so vorgehen:

• Schlagen Sie den Saum etwa 1/2 bis 1 Zentimeter nach innen ein. Fixieren Sie die Nahtstelle zuerst mit Stecknadeln, heften Sie sie dann mit einem Reihfaden fest und fahren Sie schließlich mit dem Zickzackstich oder mit zwei parallelen Steppstichreihen an der Stoffkante entlang.

Für mehrere Säckchen und Kissen brauchen Sie ziemlich viele Kirschen. Essen Sie nicht alte auf einmal. Sie liegen schwer im Magen. Ein frischer Kirschkuchen oder Marmelade sind sinnvolle Verwendungsmöglichkeiten.


Das Kirschkernsäckchen bleibt trocken

Im Gegensatz zu Säckchen und Kissen mit anderen Füllungen werden Kirschkernsäckchen nur als trockene Auflage angewendet - je nach den zu behandelnden Beschwerden warm oder kalt. Nach der Anwendung darf das Säckchen also nicht gewaschen werden. Legen Sie es lediglich zum Auffrischen in die Sonne oder auf die Heizung.

 

Getreidesäckchen und Nackenrollen

Auf die gleiche Weise wie Kirschkernsäckchen lassen sich auch Säckchen mit einer Füllung aus Hirse oder Dinkelspelzen herstellen. Achten Sie darauf, dass der Stoff schön dicht gewebt ist - bei zu grobem Stoff kann Staub entweichen. Getreidesäckchen sollten nicht zu klein sein; empfehlenswert ist die Größe eines Sofakissens, also etwa 40 mal 40 Zentimeter. Hübsch und praktisch ist auch eine Nackenrolle - diese lässt sich natürlich auch mit Kirschkernen füllen. Für eine Nackenrolle benötigen Sie zwei Stücke Baumwoll- oder Leinenstoff, jeweils etwa 50 mal 60 Zentimeter groß - oder einfach zwei schöne Geschirrtücher. Verwenden Sie möglichst dünnen Stoff. Dicke, schwere Qualitäten lassen sich an den Seiten nicht so gut zusammenbinden. Waschen Sie den Stoff, bevor Sie zu nähen beginnen. Und so wird's gemacht:

• Säumen Sie jeweils die beiden kürzeren Stoffkanten - bei Geschirrtüchern ist das nicht nötig.

• Falten Sie die Stoffstücke bzw. Geschirrtücher jeweils längs und steppen Sie die Längskanten zusammen. Ziehen Sie die Stoffrollen »auf rechts«.

• Fassen Sie die erste Stoffrolle an einem Ende mit der Hand fest zusammen, und umwickeln Sie dieses mit einer dünnen Paketschnur oder einem Gummiband.

• Füllen Sie die Getreidespelzen (bzw. die Kirschkerne) in den Schlauch.

• Binden Sie nun das andere Ende des gefüllten Stoffschlauchs fest mit Paketschnur oder Gummiband zu.

• Damit die Nackenrolle nicht nur gesund, sondern auch optisch ansprechend ist, stecken Sie anschließend den gefüllten Schlauch in die zweite Stoffrolle. Da diese nur als Überzug dient, muss sie an den Seiten nicht ganz so dicht verschlossen werden wie die innenliegende. Zum Zubinden können Sie farblich abgestimmte Bändchen aus Baumwollsamt verwenden. Schön sind auch aus demselben Stoff wie die Nackenrolle gefertigte Schleifen.

Eine Nackenrolle aus schönem Stoff wirkt auch tagsüber auf dem Bett sehr dekorativ. Lassen Sie Ihre selbstgemachten Kissen und Rollen also nicht im Kleiderschrank verstauben!

Kräutersäckchen selbst zusammenstellenKräutersäckchen selbst zusammenstellen

Mit Blättern und Blüten von Wild- oder Heilkräutern gefüllte Säckchen nutzt man in der Naturheilkunde schon seit mehr als 100 Jahren. Sie können sich solche Kräutersäckchen mit für die verschiedensten Beschwerden passenden Blüten und Blättern füllen. Hergestellt werden sie - ebenso wie die Kirschkernsäckchen, Getreidekissen und Nackenrollen -aus Baumwoll- oder Leinenstoff.

Gut gefüllt

Eine Getreidenackenrolle muss ziemlich prall sein, Sie benötigen etwa 500 bis 700 Gramm Füllung. Mit der Zeit drücken sich die Getreidespelzen zusammen, die Rolle wird flacher. Wenn Sie die Enden zubinden, statt sie mit einer Naht zu verschließen, lässt sich die Rolle jederzeit problemlos nachfüllen.

Kompressen - heilsame Auflagen

Während man Kirschkern-, Getreide- und Kräutersäckchen in der Regel trocken auflegt, handelt es sich bei Kompressen immer um feuchte Anwendungen. Im Grunde sind Kompressen nichts anderes als Auflagen mit wassergetränkten Tüchern, die ganz gezielt auf bestimmte Körperteile gelegt werden und dort ihre Wirkung lokal entfalten. Zur Unterstützung ihres heilenden Effekts verwendet man für Kompressen allerdings gerne und häufig Pflanzen - in Form von Blättern und Blüten, Ölen oder alkoholischen Auszügen. Auch Lebensmittel wie Quark, Zwiebeln und Kartoffeln werden zu Heilzwecken als Kompresse aufgelegt. Die Wirkung einer Kompresse beruht zum einen auf dem Reiz, der sich durch den Temperaturunterschied zwischen Körper und Auflage ergibt. Zum anderen unterstützen die zusätzlich verwendeten Heilkräuter oder Lebensmittel die Therapie. Bei Kompressen handelt es sich also um eine doppelt wirksame Behandlungsmethode.

Kompressen nur einmal verwenden

Kirschkernsäckchen, Getreidekissen und Kräuternackenrollen sind langlebig - sie lassen sich immer wieder einsetzen. Die Zusätze einer Kompresse hingegen entfalten ihre Wirkung nur einmal, sie müssen bei jeder Behandlung erneuert werden.

Warm oder kalt?

Bei Fieber sollte eine Kompresse grundsätzlich kühl sein, so dass sich die Blutgefäße zunächst zusammenziehen und anschließend erweitern können. Der Körper schwitzt, und das Fieber kann sinken. Fröstelnde oder unterkühlte Personen brauchen jedoch eine warme Auflage. Auch dadurch kommt es zu einer Erweiterung der Poren, und der Körper scheidet vermehrt Stoffwechselprodukte aus. Auf viele Menschen wirken warme Auflagen beruhigender als kalte.

Die für Kompressen verwendeten Tücher zeigen nach Gebrauch meistens keine Flecken. Waschen Sie die benutzten Hand- oder Taschentücher trotzdem gründlich in der Maschine.

Kompressen fachgerecht anlegen

Eine Kompresse besteht aus Innen- und Außentuch. Das Innentuch sollte aus Baumwolle oder Leinen sein, auf jeden Fall aus einem luftdurchlässigen Stoff. Ein größeres Herrentaschentuch kann also ebenso in Frage kommen wie beispielsweise ein Geschirrtuch. Das Außentuch dient dazu, die Temperatur des Innentuchs zu halten - ist die Kompresse kalt, verhindert das Außentuch ein allzu schnelles Aufwärmen. Warme Kompressen dagegen bleiben dank des Außentuchs länger warm. Als Außentuch geeignet ist also ein temperaturpufferndes Wolltuch oder ein Wollschal. Sofern Sie keine reine Wasserkompresse anlegen möchten, brauchen Sie natürlich auch noch einen Kompressenzusatz. Und so wird's gemacht:

• Breiten Sie das Innentuch auf dem Tisch aus, legen Sie den Kompressenzusatz in die Mitte und verteilen Sie ihn etwas. Lassen Sie die Ränder des Tuchs frei und schlagen Sie diese über den Zusatz.

• Falten Sie die Kompresse auf die passende Größe.

• Testen Sie die Temperatur der Kompresse an der Innenbeuge Ihres Handgelenks-achten Sie darauf, dass die Kompresse nicht zu heiß ist. Lassen Sie beispielsweise eine Kartoffelkompresse lieber etwas abkühlen, bevor Sie sie verwenden.

• Der Kompressenzusatz durchdringt das Innentuch - legen Sie die feuchtere Seite des Tuchs auf die zu behandelnde Körperpartie.

• Umwickeln Sie nun die Kompresse mit dem wollenen Außentuch. Falls das nicht möglich ist, zum Beispiel bei einer Gesichtskompresse, decken Sie die Kompresse lediglich mit dem Tuch ab und halten Sie sie ohne Druck fest.

• Eine Wärmflasche unterstützt die Wirkung feuchtwarmer Kompressen. Legt man eine mit kaltem Wasser gefüllte Wärmflasche auf das Außentuch einer Kühlkompresse, erwärmt sich diese weniger rasch.

Ölkompressen

Aus einer Vielzahl ätherischer Heilöle lassen sich Ölkompressen herstellen: Eukalyptusöl beispielsweise hilft bei Blasenentzündung, Johanniskrautöl beschleunigt die Heilung von Schürfwunden. Tränken Sie einfach das Innentuch der Kompresse mit drei bis fünf Tropfen des Öls, legen Sie es auf die betroffene Körperpartie auf und breiten Sie das Wolltuch darüber. Aber Vorsicht: Sollten sich Hautirritationen zeigen, beispielsweise starke Rötungen oder gar Pusteln, nehmen Sie die Kompresse unverzüglich ab.

Wärmflaschen kann man auch zum Kühlen benutzen. Achten Sie darauf, dass die Flasche gut verschlossen ist.

Wickel - eine Nummer größer

Wickel oder Umschläge sind sozusagen die »größeren Brüder« der Kompresse. Die Kompresse wird gezielt auf kleinere Körperzonen aufgelegt. Beim Wickel dagegen werden die zu behandelnden Körperteile vollständig mit den Tüchern umwickelt. Die Wirkung eines Wickels ist spürbar stärker als die einer Kompresse. Deshalb ist ein Wickel für den Patienten auch anstrengender. Zur Linderung mancher Leiden können sowohl Wickel als auch Kompressen angewandt werden. Je nach Körperregion sind die Grenzen zwischen Wickel, Auflage und Kompresse fließend.

Kompresse: Der Zusatz macht's

Gegen (fast) jedes Leiden ist ein Kraut gewachsenprobieren Sie's aus:

• Abszess: Lehm-Kompresse

• Schürfwunden:

• Blasenentzündung:

  Johanniskraut-Kompresse

  Kartoffel-Kompresse

• Verbrennungen:

• Nierenentzündung:

  Eis-Kompresse

  Schachtelhalm-Kompresse

• Verdauungsprobleme:

  Dampfkompresse

Das sollten Sie bereitlegen

Sie brauchen drei Tücher: ein einfaches Leinen-, Baumwoll- oder Frotteetuch (beispielsweise ein Bettlaken oder ein großes Handtuch), ein zweites von etwas größerem Format als das erste sowie ein Außentuch.

• Das erste Tuch wird in kaltes oder warmes Wasser getaucht, ausgewrungen und, eventuell mit einem Zusatz versehen, auf die zu behandelnde Körperpartie gelegt.

• Darüber kommt das zweite Tuch. Dieses trockene Zwischentuch sollte um wenigstens drei Fingerbreit größer sein als das feuchte Untertuch.

• Zuletzt schließlich schlägt man ein trockenes Außentuch über den Wickel.

• Bei einem kalten Wickel empfiehlt es sich, ein Außentuch aus Leinen zu verwenden. Ein Leinentuch entzieht dem Körper am meisten Wärme.

Ist der Wickel warm, eignet sich eine Wolldecke besser, weil sie den Wärmeverlust vermindert.

Werfen Sie an den Rändern ausgefranste Handtücher oder Bettlaken nicht weg. Schneiden Sie die brauchbaren Teile heraus, und legen Sie sich ein kleines Depot für Ihre Säckchen und Wickel an.


 Entzündung oder Fieber

Backofen oder Kühlschrank?

Bei der Frage, ob eine Anwendung warm oder kalt durchgeführt werden soll, orientiert sich die Naturheilkunde immer an den natürlichen Reaktionen des Körpers: Haben Sie beispielsweise eine Entzündung oder Fieber, dann bedient sich Ihr Organismus ganz automatisch der natürlichsten Form der Wärmetherapie: Mittels des Fiebers bemüht er sich, die eingedrungenen Krankheitserreger durch Überwärmung zu eliminieren.

Wärme löst Krämpfe

Wärme richtet sich hauptsächlich gegen Bakterien und Viren. Grundsätzlich gilt: Wärme erweitert die Blutgefäße, fördert also die Durchblutung und lockert die Muskeln - Wärmeanwendungen sind folgerichtig das geeignete Mittel bei Schmerzen und Krämpfen. Sie fragen sich vielleicht, was das eine mit dem anderen zu tun hat. Der Zusammenhang ist folgender: Die verbesserte Durchblutung hat den positiven Effekt, dass Druck von den schmerzleitenden Nervenbahnen genommen wird. Zudem regen gut durchblutete Gefäße den Zellstoffwechsel an, schädliche Schlacken aus dem Organismus zu transportieren. Auf diese Weise stärkt Wärme den Kreislauf - und tut außerdem der Seele gut. Schließlich darf man nicht vergessen, dass Schmerzen oder Krämpfe nicht nur körperlich wahrgenommen werden, sondern auch psychisch belasten. Wird mit Wärme gearbeitet, leiten wärmeempfindliche Nervenenden auf unserer Haut die Wärmereize über das Rückenmark und das Gehirn weiter bis zur schmerzenden Stelle. Eine komplizierte chemische Reaktion sorgt dann dafür, dass man die Schmerzen weniger stark empfindet.

Die Behandlung mit Wärme ist sinnvoll bei:

• Blasenentzündungen

• Durchblutungsstörungen

• Eileiter- und Gebärmutter

• Erkältungen

  entzündungen sowie

• Ischias und Hexenschuss

  Regelbeschwerden

• Muskelverspannungen

 

• Rheuma

Warmes Kirschkernsäckchen

Ein Kirschkernsäckchen lässt sich sowohl kalt als auch warm auflegen. Für eine warme Anwendung heizen Sie Ihren Backofen auf 160 Grad vor. Ein Grund, weswegen die Hülle eines Kirschkernsäckchens unbedingt aus Leinen- oder Baumwollstoff bestehen sollte, wird jetzt klar: Kunstfasern würden eine solche Temperatur ganz einfach nicht unbeschadet überstehen.

Legen Sie das Kirschkernsäckchen auf den Backofenrost, und schieben Sie ihn in die mittlere Schiene. Wärmen Sie das Säckchen etwa fünf Minuten auf - seien Sie beim Herausnehmen vorsichtig, damit Sie sich die Finger nicht verbrennen. Prüfen Sie an der Innenbeuge Ihres Handgelenks, ob Sie die Temperatur des Säckchens als angenehm empfinden. Ist das der Fall, dann legen Sie das Kirschkernsäckchen auf die wärmebedürftige Körperstelle.

Andere warme Säckchen

Muskelkater? Hexenschuss? Erkältung oder Husten? Hier bereitet ein warmes Kräutersäckchen Wohlbehagen. Halten Sie für diesen Fall ein fertig gekauftes oder selbst genähtes Leinen- oder Baumwollsäckchen

mit Heublumen bereit - wahlweise kann es auch getrocknete Lavendelblüten oder Rosmarinblätter enthalten. Erwärmen Sie das Säckchen aber nicht im Backofen, sondern - ausnahmsweise - über Wasserdampf : Füllen Sie einen großen Kochtopf halb mit Wasser und bringen Sie dieses zum Sieden. Legen Sie das Kräutersäckchen in ein Küchensieb und hängen Sie das Sieb über den Topf. Wichtig ist zweierlei: Das Wasser sollte nicht sprudelnd kochen, und das Kräutersäckchen darf nicht naß werden, sonst zersetzen sich die Kräuter. Warten Sie, bis der Wasserdampf das Säckchen erwärmt hat. Die Temperatur des Säckchens sollte mehr als 40 Grad betragen - das lässt sich mit einem Badethermometer kontrollieren. Nehmen Sie das Kräutersäckchen aus dem Sieb - am besten mit einer hölzernen Gurken- oder einer Spaghettizange, sonst verbrühen Sie sich die Hände. Legen Sie das Säckchen zwischen zwei Frühstücksbrettchen, und drücken Sie überschüssige Feuchtigkeit leicht aus. Denken Sie daran, Ihre Haut zu schützen, bevor Sie das heiße Säckchen anwenden: Legen Sie ein Handtuch auf die zu behandelnde Stelle und darauf das Säckchen. Mit einem Wolltuch bedeckt, hält die Wärme der Auflage länger.

Warme Kompressen und Wickel

Mit Hilfe warmer Kompressen und Wickel kann der Organismus Krankheitserreger rascher ausscheiden.

• Warme, trockene Brustwickel haben sich bei Erkältungen, Husten und Bronchitis bewährt. Solche Wickel werden auf die gleiche Weise angelegt wie kalte, feuchte. Nehmen Sie ein trockenes Tuch und erwärmen Sie es - entweder einfach über der Heizung oder kurz im 100 Grad heißen Backofen.

• Feuchtwarme Brustwickel haben im Prinzip den gleichen Effekt wie trockene - manchmal erleichtert aber die feuchtere Atmosphäre das Durchatmen. Am besten, Sie probieren einfach aus, was Sie als hilfreicher empfinden. Übergießen Sie das Innentuch des Wickels mit heißem Wasser, wringen Sie es gründlich aus, und legen Sie es sich so warm, wie Sie es aushalten können auf den Brustkorb. Decken Sie sich gleich mit dem trockenen Zwischentuch und dem Außentuch zu. Sobald die Wärmeempfindung nachlässt, sollten Sie den Wickel erneuern oder abnehmen.

Die Temperaturempfindung ist sehr subjektiv. Probieren Sie beim Auflegen von heißen oder kalten Säckchen und Wickeln einfach aus, welche Temperatur Ihnen am angenehmsten ist.

 Kälte stoppt Schmerzen

Kälte stoppt Schmerzen

Was würden Sie spontan gegen Kopfschmerzen unternehmen? Richtig, der erste Gedanke ist, mit einem Eisbeutel Linderung zu schaffen. Das ist eine durchaus berechtigte Überlegung: Kälte schreckt nämlich die Blutgefäße ab und hemmt infolgedessen die Durchblutung -der Kopf wird im Nu wieder klar. Kälte sorgt dafür, dass wir Schmerzen weniger stark empfinden. Bergsteiger, die einmal in großer Höhe Erfrierungen erlitten haben, werden es bestätigen. Extrem kalte Hände oder Füße tun nicht weh, sondern sie fühlen sich im Gegenteil ganz taub an. Das scheint zunächst paradox, weil wir weiter vorn ja erfahren haben, wie Wärme Schmerzen lindert. Es verhält sich jedoch folgendermaßen: Die Nervenbahnen, die dem Gehirn die Information »Kälte« melden, haben quasi Vorfahrt vor den Nerven, die das Signal »Schmerzen« weiterleiten. Ab einem bestimmten Kältepegel registriert das Gehirn »Kälte« rascher als »Schmerz«. Man kann also sagen, dass die Empfindung »Kälte« die Empfindung »Schmerz« überlagert.

Kälte ist ein echter Schmerzkiller. Aber sie kann noch viel mehr: Seit alters her weiß man etwa, dass sie Fieber senkt. Was weitaus weniger bekannt ist: Kälte fördert die Produktion von Körperschweiß und unterstützt auf diese Weise einen erholsamen Schlaf.

Kühles Kirschkernsäckchen

Auch gekühlt ist das Kirschkernsäckchen sehr wirkungsvoll - dann nämlich, wenn Sie eine Schwellung plagt oder Sie sich ein Gelenk verstaucht haben. Legen Sie das Kirschkemsäckchen etwa eine halbe Stunde lang in das Tiefkühlfach Ihres Kühlschranks. Nehmen Sie es dann heraus, und halten Sie es ohne großen Druck gegen die Schwellung oder Verstauchung. Beenden Sie die Behandlung, sobald sich das Säckchen auf Körpertemperatur erwärmt hat. Länger als 15 bis 20 Minuten sollte die Kälteanwendung nicht dauern.

Was Kälte alles kann:

• sie erweitert die Hautporen

• sie hemmt die Aktivität

• sie hilft bei der Ausscheidung

  von Drüsen

   von Stoffwechselprodukten 

• sie reduziert die Durchblutung

• sie aktiviert die Atmung

• sie erhöht die Muskelspannung

• sie regt die Herztätigkeit an 

• sie hemmt akute 

• sie nimmt Schmerzen

   Entzündungsprozesse


Tipp: Halten Sie mehrere Säckchen in verschiedenen Größen bereit. So haben Sie für jede Anwendung schnell das richtige Behältnis zur Hand.

Noch mehr kühle Säckchen

Sicherlich haben Sie schon am eigenen Leib erfahren, wie quälend ein Insektenstich sein kann. Sehr hilfreich gegen Juckreiz ist ein kühles Kamillensäckchen. Dazu brauchen Sie allerdings ein Säckchen, das sich gut öffnen und schließen lässt - am besten mit einem Kordelzug oder stoffbezogenen Knöpfen. Vor allem, wenn Sie das Säckchen auch einmal warm anwenden wollen, eignen sich Reißverschlüsse weniger gut: Sind sie aus Kunststoff, verformen sie sich möglicherweise bei Hitze. Und Metallreißverschlüsse können so heiß werden, dass bei Hautkontakt Brandverletzungen nicht auszuschließen sind.

Überbrühen Sie für das Kamillensäckchen eine Handvoll oder mehr Kamillenblüten - je nachdem, wie groß die betroffene Körperpartie ist - mit wenig heißem Wasser. Es sollte gerade so viel sein, dass alle Blüten angefeuchtet sind. Lassen Sie dieses Gemisch etwa 10 Minuten ziehen, drücken Sie die Blüten dann sorgfältig aus, und kühlen Sie sie im Kühlschrank. Sind sie kalt genug, füllen Sie die Blüten in das Säckchen und verwenden dieses als kühlende und juckreizlindernde Auflage.

Denselben Effekt erzielt übrigens auch ein mit groben Möhrenraspeln gefülltes Säckchen. Lassen Sie Ihr Möhrensäckchen eine Stunde lang im Kühlschrank liegen, und legen Sie es anschließend auf die juckende Hautstelle. Sie werden staunen, wie angenehm Sie die Kühle empfinden werden.

Kamille ist nicht nur eines der wirksamsten Heilkräuter überhaupt, sie sieht auch schön aus und riecht obendrein gut. Eine Hand voll Kamillenblüten in einem Tonschälchen auf dem Fensterbrett wirkt dekorativ und verbreitet Wohlgeruch im Raum.

Kalte Kompressen und Wickel

Kompressen und Wickel bringen wohltuende Kälte von Kopf bis Fuß - bei Fieber, Entzündungen und Schwellungen sowie bei Darmbeschwerden.

• Kühle Halskompressen sind wie Balsam bei Heiserkeit, Halsentzündungen und Schwellungen der Lymphknoten. Auch bei Mumps verschaffen sie rasch Linderung. Legen Sie einen kühlen Halswickel aber nur an, wenn Sie nicht frösteln. Ansonsten ist ein warmer Wickel ratsamer.

• Kalte Bauchwickel verschaffen Erleichterung, wenn Sie unter Darmkatarrh, schmerzhaften Blähungen oder Koliken leiden. Ebenfalls angezeigt sind sie bei Erbrechen und Durchfall. Breiten Sie das trockene Außentuch und darüber das trockene Zwischentuch auf dem Bett aus. Legen Sie sich mit dem Rücken darauf und plazieren Sie das feuchtkalte Innentuch auf Ihrem Leib. Schlagen sie nun die trockenen Tücher um sich.

Fiebersenkende Kompressen und Wickel

Feuchtkühle Kompressen und Wickel entziehen dem Körper Wärme und wirken auf diese Weise fiebersenkend. Setzen Sie diese abkühlenden Umschläge aber erst ein, wenn das Fieber höher als 39,5 Grad ist. Nehmen Sie den Wickel oder die Kompresse erst wieder ab, wenn die Temperatur um wenigstens ein Grad gesunken ist.

Kühle Wadenwickel: Tauchen Sie zwei Innentücher in etwa 18 Grad kühles Wasser und schlagen Sie sie einzeln um die Waden. Mit Zwischen- und Außentuch bedecken.

Kalte Brustkompressen oder Brustwickel: Verwenden Sie als Innentuch ein Stück Stoff, das von der Achselhöhle bis zum Rippenbogen reicht.

Kühle Wadenwickel -ein seit Generationen bewährtes Hausmittel gegen Fieber.



       ► Fortsetzung


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