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Asia-Wellness - Tai-Chi

Verschiedene Möglichkeiten gesund zu sein


Geschichte und Philosophie
Tai-Chi und die daoistische Philosophie
Tai-Chi und die chinesische Gesundheitslehre
Tai-Chi und die Schulen der Kampfkunst
Fit mit Tai-Chi
Der Bewegungsapparat
Atmung und Kreislauf
Das Nervensystem
Tai-Chi in der Praxis
Die Bewegungsweise
Übungen


Tai-Chi


Geschichte und Philosophie

Die Grundprinzipien des Tai-Chi sind nur dann richtig zu verstehen, wenn seine Wurzeln in der jahrtausendealten Kulturgeschichte Chinas gesucht werden. Dabei stoßen wir auf drei verschiedene Ansätze:

1. die daoistische Philosophie und damit verbunden daoistische Atem- und Meditationstechniken;

2. die alte chinesische Gesundheitslehre, die besonderen Wert auf Krankheitsvorbeugung legt;

3. die verschiedenen Schulen der geheimen Kampfkünste.


Tai-Chi und die daoistische PhilosophieTai-Chi

Den Begriff Tai-Chi kann man unterschiedlich übersetzen. Zunächst einmal bedeutet er „großer Balken, der das Dach des Hauses trägt" und stellt im übertragenen Sinne die Verbindung zwischen Himmel und Erde dar. Die alten Chinesen stellten sich die Erde als eine viereckige Fläche vor, über die sich der Himmel wie eine Kuppel spannt. Er wird durch einen großen Mittelpfeiler getragen, eben das Tai-Chi, der bis tief in die Erde hinabreicht. Genauso soll der Mensch stehen, fest verwurzelt in der Erde und aufgerichtet zum Himmel, zwischen diesen beiden Polen. In einem philosophischeren Sinne bedeutet Tai-Chi das „erhabene Letzte" oder das „höchste Gesetz", das auch mit dem Begriff des „Dao (Tao)" wiedergegeben werden kann. Das Dao steht jenseits aller Beschreibungen als der Uranfang und das Urprinzip der ganzen Schöpfung. Im Deutschen finden sich dafür Übersetzungen wie „Sinn", „Wort", „Weg", „Wahrheit", „Gott", die aber alle nur einen Aspekt wiedergeben können.

Nicht selten finden wir statt „Tai-Chi" auch den längeren Namen „Tai-Chi Quan" (auch: Taijiquan). Die Silbe „Quan" bedeutet „Faust" und verweist auf die Herkunft des Tai-Chi als einer Schule der Kampfkünste. Da heute mehr der Aspekt der Bewegungsmeditation im Vordergrund steht, wird diese Silbe oft weggelassen.


Tai-Chi und die chinesische Gesundheitslehre

Tai-ChiEin guter Arzt zeichnet sich in China bis heute dadurch aus, dass er möglichst keine kranken Patienten hat. Anders formuliert bedeutet dies, dass der chinesischen Gesundheitslehre ein Konzept zugrunde liegt, das mehr auf die Vermeidung als auf die Behandlung von Krankheiten ausgerichtet ist (Präventivmedizin). Danach kann der Mensch durch regelmäßige körperliche Übungen, ergänzt durch gesunde Ernährung, bis ins hohe Alter kerngesund bleiben.

Weiterhin wird ein traditioneller Arzt in China den Menschen stets als Einheit von Körper, Geist und Seele ansehen, ähnlich unserer Naturheilkunde. Gemäß dem Konzept von Yin und Yang stehen Innen und Außen, Oben und Unten, Vorn und Hinten usw. in Beziehung zueinander, und jeder Teil des Körpers ist mit allen anderen verbunden. Der bekannte Satz „Ein gesunder Geist wohnt in einem gesunden Körper", der aus der römischen Kultur stammt, kommt der chinesischen Auffassung recht nahe.

Schon vor Tausenden von Jahren wurden deshalb in China eine ganze Reihe von speziellen Körperübungen entwickelt, die Bewegung und Atmung so miteinander verbinden, dass sich die Qi-Energie frei bewegen kann und Yin und Yang in perfekte Harmonie miteinander kommen.

Tai-Chi

Tai-Chi


Tai-Chi und die Schulen der Kampfkunst

Die daoistischen Meister strebten nicht nur die „Unsterblichkeit" des Körpers an, sondern auch seine „Unangreifbarkeit". So wurden in geheimen Schulen fast übermenschlich erscheinende Fähigkeiten in der Kampfkunst entwickelt.

Die Kampfkünste werden seit über 3000 Jahren in China gepflegt. Vor allem waren es die daoistischen und buddhistischen Klöster, in denen Selbstverteidigung mit Gesundheitsübungen und Meditation verbunden wurde. Besonders berühmt wurde das Shaolin-Kloster in der Provinz Henan, in dem verschiedene Formen von Faustkampf und Umgang mit Waffen gelehrt wurden. Dieses etwa 500 nach Christus gegründete Kloster gilt als die Wiege des Zen-Buddhismus in China. Man geht heute davon aus, dass der Shaolin-Faustkampf zunächst als körperlicher Ausgleich für stundenlange Meditation im Sitzen diente. Die Kampfszenen in südostasiatischen Kungfu-Filmen finden hier ebenso ihren Ursprung wie die zum Teil artistisch wirkenden Darbietungen der Peking-Oper. Im Gegensatz zu den Kampftechniken der „Äußeren Schule" entwickelte sich die „Innere Schule", die vor allem auf den Daoisten Zhang San-Feng (ca. 13. Jahrhundert) zurückgeführt wird. Im Unterschied zur Shaolin-Schule basiert Tai-Chi Quan nicht auf Härte, Schnelligkeit und Muskelkraft, sondern auf Weichheit, Geschmeidigkeit und dem Einsatz der Qi-Energie.

Beim Tai-Chi Quan werden die Glieder niemals durchgestreckt, alle Bewegungen verlaufen kreisförmig und verlassen nicht den Umkreis einer imaginären Kugel, deren Durchmesser von der Körpergröße bestimmt wird. Dadurch ist ein Höchstmaß an Stabilität und Flexibilität gewährleistet, und gegnerische Angriffe können leicht ins Leere abgelenkt werden. So erwiesen sich Meister der „Inneren Schule" oft als überlegen gegenüber den Vertretern der harten Kampftechniken.


Fit mit Tai-Chi

Durch regelmäßiges Üben von Tai-Chi wird der gesamte menschliche Organismus harmonisiert. Jahrelang verfestigte Fehlhaltungen, Verspannungen und Krankheitssyndrome werden positiv beeinflusst. Man darf keine Wunder nach wenigen Wochen erwarten, aber dafür sind die längerfristigen Wirkungen um so sicherer.

Über die Verbesserung der Körperhaltung ist es auch möglich, an seelischen Blockaden zu arbeiten. Aufgestaute Energie kommt wieder ins Fließen, und man erlebt sich allmählich als neuen oder besser: als erneuerten Menschen. Dabei gibt es prinzipiell keine Altersgrenzen; in China wird Tai-Chi auch noch von über Achtzigjährigen ausgeübt.


Der Bewegungsapparat

Tai-Chi trainiert Muskeln, Sehnen und Gelenke optimal. Während wir zum Beispiel beim Jogging nur vorwärts laufen und die Knie durch den Aufprall des Körpergewichts bei jedem Schritt belasten, bewegen wir uns bei Tai-Chi auf einer Ebene, auch rückwärts und seitlich, drehen uns und stehen auf einem Bein. So werden die Fuß-, Knie- und Hüftgelenke sanft massiert, und die gesamte Fußmuskulatur wird gekräftigt. In der Regel spürt man bald beim normalen Gehen den Kontakt zur Erde viel deutlicher als zuvor. Durch die kreisförmigen Bewegungen der Arme werden auch die Gelenke in den Schultern, Ellenbogen, Händen und Fingern gelockert, sodass alle Bewegungen harmonischer und mit weniger Kraft ausgeführt werden können.

Besonders förderlich wirkt sich Tai-Chi auf die Wirbelsäule aus. Da wir in den Knien einsinken und das Becken leicht nach vorn kippen, werden die Lendenwirbel entlastet und gestreckt. Ein Teil des Gewichts, das die Wirbelsäule in diesem empfindlichen Bereich zu tragen hat, wird an die Oberschenkel abgegeben, was sich nach den ersten Übungsstunden meist als Muskelkater in den Beinen bemerkbar macht. Die gesamte Wirbelsäule wird leicht gedehnt, indem wir uns vorstellen, dass zwei Kräfte an ihren Enden ansetzen und sie nach oben (Himmel) beziehungsweise nach unten (Erde) ziehen. Bei Bandscheibenproblemen und Verkrümmungen der Wirbelsäule (Skoliose, Lordose, Kyphose) macht sich ein angenehm wirkender Entlastungseffekt bemerkbar.

Tai-Chi - Übung


Atmung und Kreislauf

Die richtige Atmung spielt in allen chinesischen Gesundheitsübungen eine große Rolle. Bei Tai-Chi soll ruhig und tief, gleichmäßig und sanft geatmet werden. Die meisten Menschen atmen jedoch zu flach, was durch eine schlechte Körperhaltung noch verstärkt wird. Je angespannter sie sind, desto mehr verlagert sich die Atmung in den oberen Brustraum.

Bei Tai-Chi wird die Bauchmuskulatur gelockert, sodass tief in den Bauch hineingeatmet werden kann. Die Atmung erfolgt überwiegend durch eine Auf- und Abbewegung des Zwerchfells, was zu ständig wechselnden Druckverhältnissen im Bauchraum führt. Dadurch werden die Bauchorgane sanft massiert, die Verdauung gefördert und das Herz entlastet.

Die Atmung soll sich beim Tai-Chi auf natürliche Weise den Bewegungen des Körpers anpassen; dazu soll sie weder willentlich forciert noch verlangsamt werden. Erst wenn man die Bewegungen erlernt hat, kann man sich etwas mehr auf die Atmung konzentrieren. Günstig ist es allerdings, wenn von Anfang an gesonderte Atemübungen begleitend zu den Tai-Chi-Figuren ausgeführt werden. In der Vorstellung wird der Atem in das Dan Tian (deutsch: „Zinnoberfeld") gelenkt, das sich im unteren Bauchraum befindet und das wichtigste Energiezentrum im Körper darstellt. Hier wird die Qi-Energie gesammelt und kann sich dann durch den gesamten Organismus ausbreiten. Mit diesem Energiezentrum wird auch in den harten fernöstlichen Kampfsportarten („Hara") oder im indischen Yoga („zweites Chakra") gearbeitet.

Mit fortschreitender Übung des Tai-Chi wird sich die Atmung von allein vertiefen, was durch die aufrechte und entspannte Körperhaltung gefördert wird. Die Lungenkapazität wird besser genutzt, und es gelangt mehr Sauerstoff in die Blutbahnen. In Verbindung mit den langsamen und kontinuierlichen Bewegungen verbessert sich durch die Bauchatmung auch die Blut- und Lymphzirkulation. Frische Energie kann in alle Teile des Körpers strömen, sodass man sich stärker belebt fühlt. Übermäßige Anstrengungen wie im Leistungssport, die zu Verkrampfungen, schnellem Pulsschlag und gerötetem Kopf führen, sind dem Tai-Chi fremd.

Durch Tai-Chi wird der Blutdruck reguliert und das Herz entlastet. Nach einer Untersuchung in China an älteren Menschen zwischen 50 und 89 Jahren weisen Tai-Chi-Übende vor allem hinsichtlich der Krankheiten Hypertonie (Bluthochdruck) und Arteriosklerose (Arterienverkalkung) deutlich günstigere Werte auf als Vergleichspersonen. Auch westliche Ärzte empfehlen mäßige körperliche Übungen für Personen, die besonders von Herzkrankheiten bedroht sind.

Tai-Chi - Geschichte und Philosophie


Das Nervensystem

Tai-Chi bewegt nicht nur Muskeln und Gelenke und vertieft die Atmung, es wirkt auch außerordentlich beruhigend auf das gesamte Nervensystem. Zugleich steigert es die körperliche und geistige Reaktionsfähigkeit. Die aufrechte Körperhaltung unterstützt die Funktion der zentralen Nervenkanäle längs der Wirbelsäule. So kann mehr Energie aus dem Bauch in den Kopf gelangen.

Ausgehend vom Gehirn, reguliert das zentrale Nervensystem alle anderen Systeme und Organe im Körper und steuert alle Aktivitäten des Menschen. Da bei Tai-Chi ungewohnte und komplexe Bewegungsabläufe ausgeführt werden, ist die volle geistige Aufmerksamkeit notwendig. Es heißt, dass während der Übung „der Körper dem Geist folgt".


Tai-Chi in der Praxis

Bevor Sie mit dem Üben einer Tai-Chi-Form beginnen, empfiehlt es sich, zunächst einige vorbereitende Übungen durchzuführen. Dies gilt sowohl für den Anfänger, der sich dem Tai-Chi am besten über gymnastische, spielerische und meditative Lernerfahrungen nähern sollte, als auch für den Fortgeschrittenen in seiner täglichen Übung. Der Körper sollte schon gelockert und gedehnt sein, die Atmung ruhig und tief und der Geist hellwach, wenn wir mit dem eigentlichen Tai-Chi beginnen.

Tai-Chi - Übung

In China heißt es: „Die Energie wurzelt in den Füßen, strömt durch die Beine, wird gelenkt durch die Hüfte und wirkt durch die Hände und Finger." Bei uns wird oft die untere Hälfte des Körpers im Verhältnis zur oberen vernachlässigt. Darum sollten wir beim Üben der korrekten Körperhaltung stets von unten nach oben vorgehen. Die folgende Übersicht fasst noch einmal systematisch alle wesentlichen Punkte der Grundstellung zusammen, die Sie für die folgenden Übungen auch benötigen.

Füße: Die Fußspitzen werden einwärts gedreht, bis die Füße parallel stehen. Ihr Abstand beträgt eine Schulterbreite, sodass die Ober- und Unterschenkelknochen senkrecht unter den Hüftgelenken stehen. Die Fußsohlen stehen fest auf dem Boden, und das Körpergewicht wird so weit nach vorn verlagert, dass die Hälfte davon auf den Fußballen ruht.

Beine: Die Knie werden etwas nach vorn gebeugt, aber nicht weiter, als bis die Kniescheibe senkrecht über den Zehenspitzen steht. Die Knie werden etwas nach außen geöffnet, sodass man keinesfalls x-beinig steht. Die Fußgelenke und die Oberschenkel werden in dieser Haltung gekräftigt, während die Wirbelsäule entlastet wird.

Becken: Das Becken wird etwas gekippt, und das Gesäß sinkt dabei etwas nach unten, als ob man auf einem Stuhl Platz nehmen wollte. Dadurch wird der untere Teil der Wirbelsäule begradigt, als ob man ihn flach gegen eine Wand drücken würde. Diese Haltung ist das Gegenteil eines Hohlkreuzes und wirkt sich sehr vorteilhaft auf die Bandscheiben aus.

Bauch: Die Bauchmuskulatur ist gelockert, sodass eine tiefe Atmung in den Bauchraum hinein möglich wird. Die Körpermitte mit dem Energiezentrum Dan Tian soll weder durch Kleidung noch durch muskuläre Anspannung eingezwängt sein. Die Magengrube soll sich weich anfühlen.

Oberkörper: Die Brust wird weder vorgestreckt noch eingezogen, und der Rücken wird aufrecht gehalten; beide sind in einer natürlichen Haltung. Wird die Wirbelsäule gerade aufgerichtet, so verbessern sich auch die Blutzirkulation und die Funktion des zentralen Nervensystems.

Tai-Chi - Übung

Schultern: Die Schultern hängen locker an der Seite herab; sie sind weder hochgezogen, noch sinken sie nach vorn ein. Oft sitzen hier hartnäckige Verspannungen; deshalb sollte man öfter einmal die Schultern hochziehen, um sie dann wieder fallen zu lassen. Wer zu einem Rundrücken neigt, sollte die Schultern etwas nach hinten ziehen, sodass sich der Brustraum weiten kann.

Tai-Chi - Übung

Arme: Die Arme hängen locker neben dem Oberkörper und haben dort etwas Platz. Die Ellenbogen und die Handgelenke sind völlig gelöst und beweglich.

Hals: Der Hals wird aufrecht gehalten, und das Kinn wird leicht zur Brust gezogen, sodass die Wirbelsäule sich auch im Nackenbereich etwas strecken kann.

Kopf: Der Kopf drückt am Scheitelpunkt, der senkrecht über der Wirbelsäule steht, etwas nach oben, als ob dort ein leichter Widerstand wäre. Die Augen schauen geradeaus, wodurch ein Vorsinken des Kopfes vermieden wird. Die Zunge liegt am oberen Gaumen an, die Zähne liegen locker übereinander, und der Mund ist leicht geschlossen. Das Gesicht ist entspannt, und man sollte freundlich dreinblicken.

Die richtige Körperhaltung

Zur Körperhaltung bei Tai-Chi können wir uns Folgendes einprägen:

• Durch die Füße und Beine können wir unsere Verwurzelung in der Erde spüren.

• Im Becken und im Bauch finden wir unseren Schwerpunkt und unser Gleichgewicht.

• Durch den Oberkörper und den Kopf fühlen wir uns zum Himmel hin aufgerichtet.

• Mit den Schultern, Armen und Händen können wir uns flexibel bewegen wie eine Marionette.


       ► Bewegungsweise & Übungen


Zum Thema:
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